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Rezension: Das Geschenk der #Zeit- #Petra_Altmann,#Anselm_Grün #Herder

Dieser schöne #Tischaufsteller ist ein gemeinsames Werk von Petra Altmann und Anselm Grün. Er enthält zauberhafte Landschaftsimpressionen und andere Motive, die zum Innehalten einladen, des Weiteren gibt es 50 meditative Übungen und spirituelle Impulse, die Anregungen zu einem sinnerfüllten Umgang mit der Zeit schenken. 

Die beiden Autoren reflektieren zunächst den #Zeitbegriff, wobei sie zuallererst zwei Begriffe der Zeit vorstellen: #Chronos und #Kairos. In diesem Zusammenhang wird man über den griechischen Urgott #Chronos, der für die Zeit steht, die uns verschlingt, informiert. Der Name des griechischen Gottes ist übrigens nicht grundlos in dem Begriff "Chronometer" enthalten. 

Kairos ist die angenehme Zeit. Es  ist der Moment, in dem man sich von Gottes heilender Liebe umgeben weiß, es  ist der Augenblick, in der Zeit für uns zu einem angenehmen Geschenk geworden ist. Meister Eckart hat diese erfüllte Zeit als Momente begriffen, die mit der Ewigkeit zusammenfallen. 

Wer eins ist mit Gott und dessen Liebe, erlebt bereits jetzt Ewigkeit, erlebt eine Zeit, wo man nicht an den nächsten Moment denkt. "Wenn ich einen Augenblick lang einfach nur bin, ohne dieses reine Sein zu kommentieren, dann fallen in diesem Augenblick Zeit und Ewigkeit zusammen", heben die Autoren hervor. 

Reine Gegenwart sei stets Freisein vom eigenen Ego. Demnach hängt das Geschenk der Zeit mit der Fähigkeit zusammen, einfach nur da zu sein und das reine Sein zu genießen. Das Ego möchte stets etwas, ist immer unruhig. Wer meditiert, befreit sich vom Wollen des Egos. Man vergisst sich selbst, weil man mit etwas größerem konfrontiert wird. Welche Qualität die Zeit habe, liege ganz alleine an uns. 

Notwendig sind bestimmte Haltungen, damit Zeit eine angenehme, geschenkte Zeit wird. Zeit sollte immer sinnvoll gestaltet werden, damit sie nicht zur Qual wird. 

Die Übungen und Impulse im Buch sind den Themen 
Die Bedeutung der Zeit 
Sich Zeit nehmen 
Zeit nutzen 
Die Zeit als Geschenk erkennen und annehmen 
Was die Zeit uns bringt 
Zeit genießen 

zugeordnet. 

Nachgedacht wird in den Texten z.b über die Fragen, was Zeit, aber auch was Zeitgeist ist. Erläutert wird zudem, weshalb Stillstand keine verlorene Zeit bedeutet. Das Zeitgefühl kommt zur Sprache und es wird auch verdeutlicht, weshalb es mitunter sinnstiftend ist, die Zeit zu vergessen, auch dass sich hin und wieder mit der Zeit manches regelt, dass man anderen keine Zeit stehlen, sondern eher Zeit geben möge, man die innere Uhr auch nicht aus dem Auge verlieren und realistische Zeitvorgaben entwickeln soll aber vor allem, die Zeit für andere nicht vergessen möge. 

Menschen, die immer nur um sich kreisen, vereinsamen und verbittern, geben die Autoren nicht grundlos zu bedenken und motivieren den Leser durch ihre Gedanken, sich mit Zeit auseinander zu setzen. 

Katharina von Siena sagte: "Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten."

Dieses funktioniert am besten, wenn man den Moment lebt und Zeit insofern nicht als Qual begreift.

Empfehlenswert. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Herder-Verlag und können  den Tischaufsteller dort direkt bestellen. Sie können ihn auch  bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.herdershop24.de/Buecher/Geschenkbuch/Lebensimpulse/Das-Geschenk-der-Zeit.html?listtype=search&searchparam=Das%20Geschenk%20der%20Zeit

Rezension: Dein #Licht schenkt uns# Hoffnung 24 #Rituale für den# Advent- #Anselm_Grün- Vier Türme Verlag

Anselm Grün schreibt zu Beginn dieses Buches, das immer wieder Bilder von brennenden Kerzen zeigt, dass der Advent die stille Zeit sei, in der wir auf das Kommen #Jesu warten und zwar auf seine Ankunft in unserem Herzen. Doch wir warten auch auf seine Ankunft am Ende der Welt.

Pater Anselm möchte in seinem neuen Werk die wichtigste Botschaft des Advents beschreiben. Dazu gibt es jeden Tag einen kurzen Text, der einen Aspekt der Botschaft aufgreift und zudem jeweils eine Übung, ein kleines Ritual, um diese zu vertiefen und im eigenen Alltag spürbar zu machen. Des Weiteren lernt man die Botschaft der vier Adventssonntage kennen. 

Die Adventstage gelten als Hinführung auf den Heiligen Abend, den Tag also,  an dem Jesus Christus geboren wurde. Wie der Autor hervorhebt, ist jede Zeit des Kirchenjahres eine heilende Zeit. Dies gilt im Besonderen für den letzten Monat im Jahr. Gerade dann werden Bilder der #Seele angesprochen werden, die seit Jahrtausenden im Menschen ruhen. 

Beliebt ist Weihnachten deshalb besonders, weil es diese Bilder anspricht. Wir werden berührt von dem Bild des Neuanfangs. Ein solches Bild ist sehr heilsam. Wir sind nicht festgelegt auf unsere Vergangenheit. Das muss uns allen klar werden. Ein Neuanfang ist immer möglich. Man muss dem Neuen in uns trauen. 

Man erfährt auch über heilende Symbole der Adventszeit mehr, so etwa über den #Stern. Sterne verbinden uns mit denen, die wir lieben und Weihnachtsterne verbinden uns, wie Pater Anselm schreibt, mit unserer himmlischen Heimat. 

Wie man Berge abträgt, umzudenken lernt, sich freut oder eine gute Tat vollbringt, all das kann man einüben, dank Anselm Grün, der wie so oft den Lesern eine Fülle guter Gedanken schenkt. 

Empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie auf die Website vom  Vier-Türme-Verlag und können das Buch dort direkt ordern.  Sie können es jedoch auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke bestellen.http://www.vier-tuerme-verlag.de/neu-erscheinungen-herbst-2015/1648/dein-licht-schenkt-uns-hoffnung-24-rituale-fuer-den-advent

Rezension: #Der_ Purpurtaucher- Vom inneren Wachsen mit Bildern- #Marion_Küstenmacher- Vier-Türme-Verlag

Marion Küstenmacher ist #Theologin und #Germanistin. Sie arbeitet als Coach für spirituelle Persönlichkeitsentwicklung mit dem Schwerpunkt Integrale Theologie, Gott 9.0, Symbolarbeit, Werteimagination und Mystik. 

"Der Purpurtaucher" basiert auf bildhaften Worten von MystikerInnen. Diese hat die Autorin in zahlreichen Seminaren aber auch in einem Internat-Mystik-Projekt erprobt. Andere inspirierende Bilder wurden seitens Küstenmeier für diverse Vorträge und Artikel erforscht. 

In das Buch, das daraus entstand, sind auch eigene Erfahrungen, Imaginationen und poetische Texte der Autorin eingeflossen. 

Das Werk ist in 10 Kapitel untergliedert. Zu Ende jedes Kapitels gibt es vertiefende Übungen zum Ausprobieren. Die Übungen können auch in Gruppen umgesetzt werden. Weil das Werk, das in der christlichen Mystik verankert ist, voller Akzeptanz jüdische  als auch islamische Mystiker einbezieht und zudem überraschende Verbindungen zur Kunst, Psychologie und Philosophie herstellt, macht es neugierig. 

Hier ein kurzer Überblick zum Inhalt: 
1 Der Purpurtaucher 
Vom Tiefseetauchen des Bewusstseins - Gott als grundloser Grund - Madeleine Delbrêls göttlicher Taucher - Goethes intuitives Eintauchen in den Ozean des göttlichen Glanzes - Mystische Bilder als Chiffren der Transzendenz - Das völlige Eintauchen in Christus 

2 Die innere Fackel 
Vom dreifachen Code der Psychologen – Wie Augustinus und Nikolaus von Kues das innere Feuer der Seele entfachen - Bilder als Verlockung zu Gott - Der Fackellauf der leuchtenden Gottesnamen - Schreiten in der liebenswerten Flamme - Zu Gast sein an Jesu Festtafel im Feuer

3 Der aufgehobene Stein 
Den schlafenden Stein wecken - Die heilige Botschaft der Steine hören - Das Erwachen der Tiefe - Schuldsteine, Schattensteine, lebendige Steine - An den Stein klopfen mit Martin Luther - Den Stein öffnen wie Meister Eckart und das innere Leuchten entdecken 

4 Der eingewickelte Gott 
Warum wir unsere Geburt vollenden müssen – Involution und Evolution: Wie Gott in uns eingewickelt ist und von uns ausgewickelt werden will – Mut zum Exodus aus verbrauchten Gottesbildern – Das immer zeigende Göttliche – Gott-schwanger werden nach Jakob Böhme – Wickelkind- und Hebammen-Imaginationen – Liebe und Frieden: die biblischen Bänder des Geistes 

5 Das freigelassene Schaf 
Das vorwärtstrottende Ding – Was Schafseite und Hirtenseite sagen – Der gute Hirte als Gemeindeschreck – Gottessuche zwischen Widerstand und Ergebung – Der Wolf erscheint nicht nur Franz von Asissi – Wir laufen in verschiedene Richtungen davon, Gott kommt uns aus allen Richtungen entgegen – Die künftige Kirche als gute Hirtin 

6 Der liebliche Platz 
Postkartenmystik oder Die Zugkraft der Lehrmeisterin Natur – Mit Gott am Weiher sitzen: Sechs Schritte mystischer Naturwahrnehmung nach Gertrud der Großen von Helfta – Maximierung der Wirklichkeit – Die Lichtung des höchsten Lichts – Auf den Spuren des grünen Christus

7 Die unheilige Kuh 
Absage an den nutzenbringenden Milch-und-Käse-Gott – Beten wie ein Schwamm – Spirituellen Eigennutz durchschauen – Selbstenteignung als Befreiungsakt – Fünfzehn Kuhgottkrankheiten – Verschwundene Götter und goldene Kälber – Hilfreiche Lass-die-Kuh-los-Formeln 

8 Der tote Handschuh 
Die existenzielle Frustration – Die fehlende „Hand des Geistes“ in uns – Die lebendige Leere erforschen – Als Hohlraum Gottes erwachen: Sechs Schritte – Reizarme Räume zur Bewußtseinsleerung nutzen – Leere und Fülle verbinden – Intuitive Malübungen und biblische Mantra-Sätze zur Fülle

 9 Der Jagdhund des Himmels 
Nikolaus von Kues und die Jagd nach Weisheit – Die Überwindung der Unwissenheit – Die Jagdleidenschaft der aristokratischen Seele – Die paradoxe Liebesjagd Gottes – Die Sehnsucht ersehnen nach Meister Eckart – Den Zeugen wecken – Unteilbare Freude 

10 Die einzige Geste 
 Die Schnecke aufheben – Die Geschichte vom schwankenden Superdom – Das Geschenk des französischen Gefangenen – Das Heilige singt in unseren Taten – Die Dinge Nächstenliebe predigen hören und ihnen antworten – Eine Hand voll Licht – Die Tat als Quelle der Heiligkeit 

Empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Vier-Türme-Verlag und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordernhttp://www.vier-tuerme-verlag.de/neu-erscheinungen-herbst-2015/1631/der-purpurtaucher-vom-inneren-wachsen-mit-bildern-der-mystik

Rezension: Wunden zu Perlen verwandeln- Die #14_Nothelfer als #Ikonen der #Heilung-#Anselm_Grün- Vier-Türme-Verlag

Den Begriff "14 Nothelfer" werden kunsthistorisch Interessierte vermutlich problemlos mit dem Kunstwerk #Balthasar_Neumanns in der berühmten #Wallfahrtskirche #Vierzehnheiligen in Verbindung bringen. Nach einer #Legende waren es 14 Nothelfer, die im Jahre 1445 an besagtem Ort einem Schäfer des #Klosters_Langheim in #Oberfranken erschienen. 

Die Bilder in diesem Buch zeigen die 14 Statuen aus der Kirche Vierzehnheiligen. Besagte Heiligengruppe bildete sich im Mittelalter heraus. Sie brachten 14 verschiedene Nöte von Menschen zum Ausdruck. Es handelt sich dabei um 14 archetypische Nöte, die es in jeder Zeit gibt. 

Wie Pater Anselm schreibt, vermittelt uns der Blick auf ihre Bilder, in denen ihre Legenden in Symbolen dargestellt werden, dass wir ohne Angst und auch ohne Schuldgefühle eigene Leiden anschauen dürfen. In diesem Buch geht es nicht darum, Schuld für  Krankheit und Leid bei sich zu suchen, sondern darum, nach Bildern zu forschen, in denen man seine Wunden erkennt und Wege der Heilung findet. 

Die Bilder bzw. deren Symbole sollen Unbewusstes ansprechen. Es handelt sich um archetypische Bilder, die eine Bewegung in uns auslösen und nicht nur Heilung anzeigen, sondern sie auch bewirken. 

Peter Anselm schreibt in seinem Buch über: die Heiligen Achatius, Erasmus, Blasius, Aegidus, Christophorus, Eustachius, Georg, Dionysius, Cyriakus, Katharina, Margarete, Barbara, Pataleon und Vitus.

Das Leben dieser Nothelfer dient Anselm Grün als Plattform, um aufzuzeigen, worüber man reflektieren sollte. So zeigt der Heilige Christophorus beispielsweise wie man die Angst vor dem Neuen wandeln kann. Die Legende von Christophorus, macht begreifbar, worum es im Leben eines jeden Menschen geht, nämlich um Suche und um Überwindung von Angst, die uns klein macht. Es geht darum, die Freiheit zu erlangen, die es uns ermöglicht, zu spüren wie man ohne Angst leben kann. 

Christophorus hilft Schwellenängste zu überwinden. Ängste sind nicht selten ein Hinweis auf die falschen Grundannahmen, aber es gibt auch Ängste, die damit nichts zu tun haben. Beide Angstformen nennt der Autor.

Man darf sich vor der Angst nicht die Kraft rauben lassen. In Übergangszeiten benötigt man Halt, um nicht zu versinken. Diesen Halt finden wir, folgt man Christophorus und Pater Anselm im Glauben. Wie der Autor betont, zeigen die Legenden, welche menschlichen Einfallstore die göttliche Gnade benötigt, damit man genesen  kann. 

Es geht dabei weniger um Wunder als um den Mut, eigene Wunden anzuschauen, die man lieber vor sich und anderen verbergen möchte. Die Heiligen, die als Märtyrer in den Tod getrieben wurden, lebten in keiner heilen Welt. Doch das unwirtliche Umfeld konnte ihnen nichts anhaben. Der Tod, so schreibt Anselm Grün, war für die Nothelfer das Tor zum wahren Leben. 

Unsere Wunden im neuen Licht zu betrachten und zu erfassen, dass sie uns Gottes heiligen und heilenden Geist begreifbar machen können, ist Grund genug sich mit diesem Buch zu beschäftigen, besonders in Zeiten wie in diesen, wo 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Leid sind und Tausende von Kindern aufgrund von Streubomben sterben und wir unsere möglich diffuse Angst vor der Folgen genau anschauen sollten.
Empfehlenswert 

Helga König
Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Vier-Türme-Verlag und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.vier-tuerme-verlag.de/lebenshilfe/gutes-fuer-leib-und-seele/578/wunden-zu-perlen-verwandeln-die-14-nothelfer-als-ikonen-der-heilung

Rezension: Reinhard Marx- Kirche überlebt- Kösel

Autor dieses Büchleins ist Kardinal Reinhard Marx. Er ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising. Papst Franziskus hat ihn in das Gremium der neun Kardinäle berufen, das die Reform der Kurie mit berät. 2015 wurde Reinhard Marx zum zweiten Mal zum Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft gewählt. 

Der Theologe reflektiert in diesem Buch die Zukunft der Kirche in einer pluralen und offenen Gesellschaft und sieht in der Botschaft des Evangeliums einen entscheidenden Wegweiser. 

"Wie geht´s der Kirche?" ist seine Eingangsfrage. Marx listet dann erst einmal auf, was seit Jahren im Hinblick auf das Überleben der Kirche als ausgemacht galt. Dies liest sich ziemlich düster. Der Autor weiß, dass sich in einer modernen und offenen Gesellschaft Gestalt und Gehalt von Religion verändern, aber er ist sich auch gewiss, dass weder Religion noch Kirche verschwinden werden. Sprache, Symbolik und religiöse Thematik bleiben, religiöse Debatten verschärfen sich sogar, so seine Analyse. 

Kirche muss als eine Gemeinschaft begriffen werden, die auf die ganze Welt ausgerichtet ist und damit auf alle Menschen, so Marx. Als Gemeinschaft muss die Kirche neue Wege, Antworten auf aktuelle Herausforderungen finden. Das geschieht nur in der Vielfalt der geistigen Suche, indem man miteinander kommuniziert und sich im Glauben austauscht. 

Zur Sprache gebracht wird das Thema "Kirche und Gesellschaft" . Hier wird u.a. gefragt, ob sich das Verhältnis von Kirche und moderner (Welt)- Gesellschaft kritisch-konstruktiv entwickeln kann, damit auf diese Weise ein fruchtbares Miteinander zu entstehen vermag. Kirche und der Geist der Freiheit sind, wie man weiter liest, kein Gegensatz, das ist aus dem zweiten Korintherbrief zu entnehmen,  "Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit" (2 Kor 3,17). 

Marx begreift es als Tragödie der europäischen Geschichte, ja noch mehr, der Geschichte der westlichen Zivilisation, dass das Thema Freiheit Gesellschaft und Kirche mehr  auseinander gebracht als zueinander geführt hat. Offenbar haben Missverständnisse auf beiden Seiten dies bewirkt. 

Der Autor ist überzeugt, dass der Weg der Kirche in die Zukunft dann gut möglich ist, wenn sie das große Thema der Freiheit und Befreiung, im weiteren Sinn der Erlösung, neu kommuniziert. Freiheit vollendet sich, so Marx, in der Liebe und nur dann führt sie zum Glück des Menschen. 

Diesbezüglich lässt der Autor die Leser  an seinen Überlegungen teilhaben, indem er die obige Sentenz ausgiebig überdenkt. 

Es führt zu weit,  auf die einzelnen Kapitel im Rahmen der Rezension näher einzugehen. Wichtig ist, sich mit den Facetten der Erneuerung der Kirche zu befassen. 

Hier kommen zu Sprache:

Theologische Erneuerung 
Spirituelle Erneuerung 
Strukturelle Erneuerung 
Qualitative Erneuerung 

Ob die Kirche überlebt? Die Herausforderungen zählt der Autor ohne Scheu alle auf. Es sind nicht wenige, dabei aber wird sehr schnell begreifbar, dass es nicht nur um das Überleben der Kirche, sondern um das Überleben der gesamten Menschheitsfamilie geht. 

Kirche darf nicht narzisstisch um sich selbst kreisen, weil sie für die Menschen da sein soll. Sie ist real, erfahrbar und auf dem Weg und zwar in die Zukunft. Für diesen Weg benötigt man Beten und Denken, so der Autor. 

Dass Denken alleine nicht genügt, glaube auch ich.

Empfehlenswert, auch für Nichtkatholiken

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Kösel-Verlag und können das Buch dort bestellen.http://www.randomhouse.de/Buch/Kirche-ueber-lebt/Reinhard-Marx/e490802.rhd. Sie können es aber auch bei Ihren Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Was uns leben lässt- Biblische Weisheit für den Alltag- Anselm Grün- Vier Türme-Verlag

Autor dieses nachdenklich stimmenden Buches ist der Benediktinermönch Anselm Grün. Er legt in diesem Werk biblische Texte aus, die auf wesentliche Fragen unseres Lebens und auf alltägliche Nöte und Schwierigkeiten Antworten geben, d.h. uns einen Weg weisen, wie wir weitergehen können. 

Wie Pater Anselm schreibt, erheben die Deutungen, die er den biblischen Geschichten und Worten gibt, keinen Anspruch auf absolute Geltung, da man die Bibel verschieden auslegen kann. 

Das Buch beginnt mit der Frage "Wie kann ich meinen Alltag meistern?" 

Danach kann man eine Stelle aus der Bibel lesen, die bibelfeste Leser natürlich kennen. Es handelt sich um Kohelet 3,1-8. 

Ich liebe diese Passage, weil sie Trost und Zuversicht schenkt in düsteren Zeiten, uns in guten aber davor warnt, zu glauben, dass die Bäume in den Himmel wachsen. "Alles hat seine Stunde….". Nichts kann man also festhalten. Das muss uns stets bewusst sein.

Anselm Grün interpretiert sehr viele Textstellen aus der Bibel. Sie alle hier zu nennen, führt zu weit. Dabei werden die Bibelweisheiten fünf Kapiteln zugeordnet:

Wie kann ich meinen Alltag meistern? 
Mit mir selbst und anderen leben lernen 
Mir selbst und Gott begegnen 
Kraft finden in dunklen Zeiten 
Segen und Gebete für den Lebensweg 

Im 4. Kapitel findet man ein Bibelweisheit, die ich für besonders wichtig halte. "Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit…Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ (Kohelet 1,4 8f) 

Pater Anselm erläutert diese Textstelle ausführlich und schreibt auch, wer Kohelet war, nämlich ein Lehrer, der die Weisheit der griechischen Philosophie mit der Israels verband. 

Ich möchte die Betrachtungen Pater Anselms hier nicht verkürzt wiedergeben, sondern lege jedem die Lektüre ans Herz. Nicht wenige werden erstaunt sein, wie sehr biblische Weisheit uns im Alltag helfen kann, doch lesen Sie einfach selbst. 

Vielleicht beginnen Sie mit dem Text Korinther 13.1.-8  "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße  und Berge damit versetzen könnte,  hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte,  und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,  hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht,  sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,  lässt sich nicht zum Zorn reizen,  trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht,  sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles,  glaubt alles,  hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.  Prophetisches Reden hat ein Ende,  Zungenrede verstummt,  Erkenntnis vergeht."

Pater Anselm schreibt, man möge diese Worte in sein Herz fallen lassen. Er empfiehlt: "Komme durch die Worte in Berührung mit der Liebe, die auf dem Grund deines Herzens schlummert und durch diese Worte geweckt werden möchte, damit sie dein ganzes Sein durchdringt."

Dem will ich nichts mehr hinzufügen, außer dem Wunsch, dass es allen gelingen möge.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Du wirst gehalten- Anselm Grün- Vier-Türme-Verlag

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Dieses kleine Büchlein eignet sich sehr gut als Lektüre vor dem Einschlafen, um zur Ruhe zu kommen und voller Zuversicht auf den nächsten Tag zu hoffen, weil man hier etwas über den Sinn von Verwurzelung erfährt, die notwendig ist, damit man vom Leben nicht abgeschnitten ist. 

In diesen Texten von Anselm Grün geht es um Halt, den man nicht zuletzt in der Geschichte seiner Vorfahren und natürlich im Glauben finden kann. Der Autor reflektiert den Begriff "Wurzeln" und konfrontiert den Leser u.a. mit dem Satz "Wer seine Wurzeln verleugnet, der schneidet sich selbst vom Leben ab." 

Anselm Grün meditiert Botschaften die Vorfahren an ihn weitergegeben haben und zeigt an seinem Beispiel, dass solche Grundhaltungen und Botschaften uns Kraft geben können, wenn wir ihrer bewusst werden. 

Auch über Rituale und Gebete als stärkende Kraft wird man unterrichtet und hier schreibt Pater Anselm: "Im Gebet dürfen wir erleben, dass die Menschen keine Macht mehr über uns haben". Das hängt wohl damit zusammen, dass wir dann in Berührung mit unserem wahren Selbst kommen, d.h. mit dem ursprünglichen Bild Gottes von uns. 

"Vertrauen trägt", schreibt Anselm Grün und er verdeutlicht wie man Vertrauen in Arbeit und Verantwortung findet. 

Mit großer Neugierde habe ich das Kapitel gelesen, wo er sich mit dem Werk "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann beschäftigt, weil ich das Buch vor einigen Jahren ausführlich rezensiert habe. 

Wie Pater Anselm resümiert, befreit uns Glaube von allen vier Grundängsten, weil er uns zeigt, dass uns nichts passieren kann. Im Glauben verwurzelt zu sein, nimmt uns die Ängste, hinter denen die Angst vor dem Tode steckt. 

Empfehlenswert. 

Helga König


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Rezension: Klang des Göttlichen- Die Weisheit Jesu- Inspiration für den Alltag- Willigis Jäger- Vier-Türme-Verlag

Autor dieses Buches ist Pater Willigis Jäger. Er ist Abt der Abtei Münsterschwarzach und ZEN- Meister. Seit 2003 leitet er das Haus "Benediktushof", ein Zentrum für spirituelle Wege. 

"Klang des Göttlichen", herausgegeben von Winfried Nonhoff, zeigt durch Jesus, dem Weisheitslehrer aus Nazareth die uns allen innewohnende Vision vom Menschen, der in völliger Transparenz zum Göttlichen Geist den Auftrag einer wesentlichen und lauschenden Existenz vorbildhaft realisiert. 

Weisheit erschließt sich dem Menschen nur dann, wenn sie ihn berührt, wenn man sie für ihre wirkmächtigen Möglichkeiten durchscheinend findet und wenn sie uns befähigt, für sie durchlässig zu werden. (S. 7). 

Im vorliegenden Buch deutet der Benediktinermönch Weisheiten von Jesus sehr überzeugend und inspiriert den Leser, sich für diese Weisheiten zu öffnen. 

Die vielen Weisheiten und Textinterpretationen hier verkürzt wiederzugeben, führt zu weit. 

Im Zusammenhang mit der Weisheit  Matthäus 8,1-3 las ich bei Willis Jäger nachstehende Wort, die ich zitieren möchte:

"Der mystische Weg führt in den Alltag und er führt zu den Mitmenschen“ 

"Solange wir in  der Illusion eines getrennten Ich verbleiben, treten wir in Gegensatz zum Leben. Leben heißt in Beziehung zu stehen, einander zu berühren. Den Mut haben einander zu berühren. Niemand kann ausgeschlossen sein. Alles ist das, was uns eint- die Liebe. 

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Der melancholische Garten- Ein Spaziergang über den Frankfurter Hauptfriedhof.- Ebba D. Drolshagen

Die Autorin dieses Buches Ebba D. Drolshagen schreibt in ihrem Vorwort zur ersten Auflage wie es zu diesem Buchprojekt kam. Der Frankfurter Hauptfriedhof ist einer der wenigen deutschen Friedhöfe, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnet, nach wie vor benutzt werden. 

Nach Meinung der Autorin sollten wir bestrebt sein, unsere Friedhöfe ohne nostalgischen Überschwang als Zeichen unserer Geschichte zu erhalten, weil unsere Städte aufgrund der Kriege diese nicht mehr zu erzählen vermögen. Ich teile die im Buch festgehaltene Meinung, dass im Totenkult und den Friedhöfen der kulturelle Stand der jeweiligen Gesellschaft, ihre religiöse Einstellung, ihr Verhältnis zur Geschichte und Natur, ihre soziale Haltung, auch ihr künstlerisches Wollen und Niveau im eigentlichen Wortsinn letzten Niederschlag findet. Grund genug, um sich mit dem vorliegenden Buch zu befassen.

Das vor fast 30 Jahren erstmals erschienene Werk ist nun erneut aufgelegt worden. Deshalb hat die Autorin ein weiteres Vorwort zur Neuauflage verfasst, das dem Vorwort zur Erstauflage folgt. Wer dieses und die Einleitung gelesen hat, hat eine gute Vorstellung davon, was ihn erwartet. 

Namhafte Persönlichkeiten werden aufgezählt. Doch der Tod macht sie alle gleich. Wir wissen es. Die Geschichte des Frankfurter Hauptfriedhofs bleibt nicht ausgespart, auch nicht die Kommunalisierung der Friedhöfe, bevor man sich in das eigentliche Thema vertiefen kann, in den Spaziergang  über den Frankfurter Haupfriedhof nämlich. 

Darüber zu lesen und sich mit den Abbildungen zu befassen, finde ich sehr spannend. Die Autorin möchte Grabdenkmäler zeigen, die ihr beachtenswert erscheinen. Diese hier aufzuzählen, führt zu weit. 

Über die Gräber und Skulpturen wird man sehr gut aufgeklärt und erfährt Wissenswertes über die Sprache der Grabsteine. Engels- und Frauengestalten sind in diesem Zusammenhang ein Thema. Erwähnt wird dabei die unpersönliche Schönheit der melancholisch blickenden Frauen deren Ausdruck Symbolgehalt hat. 

Zum Schluss dann liest man von all den Persönlichkeiten, die auf diesem Gottesacker ruhen, unter ihnen Marianne von Willemer, die von Goethe als Suleika besungen, auch Schopenhauer, Dorothea Schlegel und Ricarda Huch, aber auch Albert Mangelsdorf. 

Der melancholische Garten ist immer ein Besuch wert, denn er verdeutlicht, dass nichts Irdisches von Bestand. Diese Erkenntnis führt zur Demut, der wichtigsten Tugend unter allen, die zu innerer Größe führt.

Empfehlenswert.

Helga König


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Rezension: Die Himmelsleiter- Peter Cornelius Mayer Tasch und Bernd Mayerhofer- Insel-Bücherei

Dieses bemerkenswerte Büchlein mit farbigen Bildern befasst sich facettenreich mit der sogenannten Himmelleiter, deren Urbild zurückgeht auf die Bibel.

Im Prolog wird man über die Symbolik dieser Leiter aufgeklärt. Im Symbol der Himmelsleiter gewinnt die Gnade Gottes sinnfällige Gestalt. Mit ihr nämlich kann man die ätherische Welt des Göttlichen erreichen, die seit Menschengedenken den Ort unfassbaren Glücks verkörpert. Damit ist die Himmelsleiter ein Symbol der Verbindung und hier in erster Linie der Grenzüberschreitung, der Transzendenz und Transgression.

Die Gültigkeit von Raum und Zeit ist somit aufgehoben. Die Himmelssehnsucht erfordert Mut und Geschicklichkeit, sobald man die Leiter besteigt. Je höher man kommt, umso mehr verdichten sich die sakralen Mächte. Natürlich korrespondiert die Heiligkeit des Himmels mit der Profanität des Irdisch-Menschlichen.

Wer im heiligen Bereich Einlass finden möchte, muss den profanen Raum verlassen. Fast alle Religionen betrachten den Weg in den Himmel bzw. in das Paradies als Aufstieg. Die Leiter dient als Medium, das Unvorstellbare in die Vorstellung zu bringen. Wer Himmelsleitern besteigt, sei es im Traum oder in der spirituellen Praxis, lässt alles zurück. Die Autoren nennen hier: das Leben, seine Liebe(n), seine Ängste, Hoffnungen und Leidenschaften, seine Kenntnisse und Vorurteile.

Himmelsleitern erfordern von den Menschen, die sie erklimmen wollen,   Verzicht. In der Folge dann liest man über Stufen und Treppen, Sprossen als auch Leitern, bevor man Näheres über Jakobs Traum und die Folgen erfährt, sehr schön dargestellt anhand verschiedener Bilder, nicht zuletzt Marc Chagalls Traum. Dabei muss man wissen, dass die bildliche Spiegelung der Jakobsleiter die Vielfalt der menschlichen Lebensverhältnisse reflektiert, aus denen heraus Himmelsleitern errichtet werden können.

Babylon wird zur Sprache gebracht und hier die Wechselwirkung von Aufstieg und Fall. Babylon ist überall, wie in der Folge dann  gezeigt wird. Aber nicht alle wissen  um den Wahrheitsgehalt  der Redewendung "Hochmut kommt vor dem Fall". Was das bedeutet, dokumentiert die Geschichte tausendfach.

Machmissbrauch und letztlich Machverlust kennt man bei  vielen auf   zweckentfremdeten Himmelsleitern:  Caligula, Nero, Hegobal, Midas aber auch die Machthaber des 20. Jahrhunderts, deren Namen so ekelerregend sind, dass ich sie nicht mehr nennen will, haben hier  ihr Unwesen getrieben.

Der Wunsch, sich zu erhöhen, weit entfernt vom ursprünglich transzendent Wollen, das die Jakobsleiter beinhaltet hat, trieb sie an.

Wer von der Himmerlsleiter  fällt,  kann,  wenn er Glück hat,  auch folgende Erfahrung machen:


"Ich setzte meinen Fuß in die Luft 
Und sie trug" 
(Hilde Domin)

Empfehelnswert

Helga König


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Inselverlag und können das Buch bestellen:http://www.suhrkamp.de/buecher/die_himmelsleiter-peter_cornelius_mayer-tasch_19405.html. Sie können es jedoch auch dierekt bei Ihrem Buchhändler  ordern.