Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Die Heilkraft des Verzeihens- Meditation zur Entlastung der Seele

Dr. med. Ruediger Dahlke hat sich nach dem Medizinstudium zum Arzt für Naturheilwesen, zum Psychotherapeuten und zum Homöopathen weitergebildet. Gemeinsam mit seiner Frau hat er das Heil-Kunde-Zentrum in Johanniskirchen aufgebaut und leitet dieses. Ihm liegt bei seinem Tun die Entwicklung einer ganzheitlichen Psychosomatik unter Einbeziehung spiritueller Themen am Herzen.

Zunächst möchte ich die überaus angenehme Stimme des Psychotherapeuten erwähnen, die zu hören allein schon entspannend ist. Ihm geht es darum, den Zuhörer zunächst dazu zu bewegen, ein Lächeln auf das eigene Gesicht zu zaubern und dieses Lächeln im gesamten Körper wirken zu lassen. Dieses innere Lächeln bewirkt ein Wohlgefühl und je mehr es sich vertieft, um so entspannter wird man.


Ist man erst einmal voll des Lächelns und hat den Eindruck, das gewissermaßen jede Zelle zu lächeln beginnt, kann man unliebsame Situationen aus der Vergangenheit hervorrufen, diese Schritt für Schritt lächelnd an sich vorbei ziehen lassen, Dramen, die sich irgendwann ereigneten und uns dabei verletzt haben, abermals fokussieren und sie dann ganz genau anschauen.


Bei diesem lächelnden Anblick der schmerzhaften, vergangenen Situation (Beispiel: jemand hat uns betrogen, brüskiert, beleidigt etc.) lernt man, sich in den anderen hineinzuversetzen und lächelnd zu erkennen, weshalb jemand in einer gewissen Art und Weise gehandelt hat. Wenn man lächelnd und entspannt genau dieses tut, wird der erste Gedanke (ohne altem Verdruss mit einhergehender Unterstellung und Schuldzuweisung etc.) zumeist den Kern treffen. Auf diese Weise lernt man beide Seiten der Positionen kennen und schafft es, Frieden zu machen.

Man trägt nicht mehr nach, weil man begreift, dass dieses Nachtragen Plackerei bedeutet und man sich selbst Schaden damit zufügt. Aufgestauter Hass, Wut und Ärger mindern die eigene kreative Energie. Deshalb macht es Sinn, lächelnd loszulassen. Gelingt dies, kann man eigene Energieanteile zurückholen. Es gelingt tatsächlich, wenn man zu lächeln beginnt. Lächeln ist der Schlüssel zum Verzeihen.


Nachtragen belastet die eigene Seele und macht krank. Loslassen macht frei für Neues. Das sollte einem klar sein. Dr. Dahlke geht in seiner Meditation noch einen Schritt weiter. Er verharrt nicht nur im Mentalen, sondern erklärt dem Zuhörer, wie er das Verzeihen auch seinem Körper mitteilen kann. Dies geschieht, indem man die Information gewissermaßen auch in die Meridiane einklopft und so dem Körper mitteilt, dass man sich selbst und der anderen Person verziehen hat. Das führt dazu, dass der Körper sich analog der Seele entspannt und die krankmachende Verbiesterung verschwindet.


Oft ist es so, dass man aus einer unangenehmen Situation etwas lernen soll und nicht selten bekommt man im Leben immer wieder eine ähnliche Situation vorgesetzt, um eine Lektion zu erlernen. Begreift man dies, dann versteht man, dass ein Gegner letztlich ein Lehrmeister ist, der einem dazu verhelfen kann, eine höhere Stufe des Bewusstseins zu erlangen.

Erkennen,verzeihen und loslassen sind die Schritte, die uns weiter bringen. Voraussetzung hierzu ist ein Lächeln.


Probieren Sie es. Lächeln Sie einen Moment lang, ganz entspannt. Ein schönes Gefühl, nicht wahr?


Sehr empfehlenswert.



Rezension: Chuck Spezzano- Wenn es fesselt, ist es keine Freiheit - Familiäre Prägungen erkennen und aus negativen Mustern aussteigen.

"Es tut mir leid. Danke. Ich liebe dich" (Heilmethode aus Hawai)

Chuck Spezzano, der Autor dieses bemerkenswerten Buches, ist promovierter Psychologe. Er verbindet in seinem Denken die klassische Psychologie mit spirituellen Prinzipien und verdeutlicht, dass man im Grunde nur zur inneren Freiheit gelangen kann, wenn man zu lieben beginnt.

Seine Forschungen über die Familie haben ihn gelehrt, dass ein zufriedenes, glückliches Leben (er nennt ein solches Leben das goldene Leben) nur möglich ist, wenn wir zunächst die uns fesselnden Familienverschwörungen zu begreifen lernen und uns ihrer entledigen. Familienverschwörungen stehen stets mit anderen Verschwörungen in Zusammenhang und führen zumeist zur Vernichtung unserer Träume. Dr. Spezzano sieht in diesen Verschwörungen Egofallen. Eine solche Verschwörung ist beispielsweise der Ödipuskomplex.

Die Familienverschwörung ist eine Falle, deren Zweck es ist, uns klein zu halten, damit wir nicht in Erfahrung bringen sollen, wie gut das Leben ist. Solche Verschwörungen entstehen dann, wenn ein Mangel an Herzensbindung vorliegt, der von einer in die nächste Generation weitergegeben wird. Der Mangel an Herzenbindung, sprich an Liebe, hat Bedürftigkeit, Missverständnisse, Angst, Schuldgefühle, Konkurrenzverhalten, Knappheit aller Art und all die anderen Dinge, die das Ego ausmachen, zur Folge, (vgl.: S.30).

Der Autor verdeutlicht, dass es Streit in einer Familie oder in einer anderen Gruppe nur dann gibt, wenn alle Angehörigen oder Mitglieder Angst haben. Auslöser von Streit ist Angst. Als Konsequenz der Angst spielen weitere Kampf- und Fluchtmuster eine Rolle.

Dr. Spezzano nennt fünf Gründe, die in Familien zu Streit führen:
1) Jemand verhält sich anders, als es unseren Bedürfnissen entspricht.

2) Wir haben die Erwartungshaltung, dass unsere Familie unsere Bedürfnisse erfüllt, doch dies tritt nicht ein, sondern wird vereitelt.

3) Wir versuchen recht zu haben.

4) Wir haben Angst uns weiterzuentwickeln.

5) Unser Bestreben geht dahin, alles auf unsere Weise zu machen.

Der Autor zeigt Wege auf, wie man solche Auseinandersetzungen verhindern kann. Sie erfordern ein hohes Maß an Liebe und machen notwendig, dass man seinem Ego keinen großen Raum schenkt, denn Egos wachsen durch Streit, doch sie blockieren dabei, Liebe zu empfangen und nachhaltig Erfolg zu goutieren, (vgl.:S. 40).

Man erfährt im Buch Wissenswertes über Rollen, die durch Muster der Abhängigkeit, der Unabhängigkeit und der Aufopferungen gekennzeichnet sind. So hat eine abhängige Person beispielsweise einen Partner, welcher deren Unabhängigkeit auslebt. Familienrollen sind Abwehrmechanismen, die Leblosigkeit zu Folge haben, (vgl.: S. 52). Dr. Spezzano ist der Auffassung, dass wir immer dann, wenn wir unsere Mitte verlassen, eine Rolle annehmen. "Gnade und Gaben würden einfache Lösungen für unsere Probleme bieten, doch wenn wir uns für den Weg der Abspaltung entscheiden und den Weg des Egos gehen, wachsen sich die Probleme zu einem Trauma aus." (Zitat: S. 52)

Besondere Familienrollen sind: Der Held, das Opfer, der Sündenbock, der Charmeur, die Waise und Kombinationen davon. All diese Rollen haben, wie oben schon erwähnt, Leblosigkeit zur Folge. Rollenspiele bedingen schmerzliche Erfahrungen. Bei Familien mit Herzensbindung kommt es zu keinen Rollenspielen, weil jeder aus seiner inneren Mitte heraus er selbst sein kann. Verlorene Herzensbindungen führen zur Kompensation und entsprechenden Verhaltensmustern. Der Psychologe hält fest, dass Burnout nur dann entsteht, wenn wir Rollen spielen. Rückzug in sich selbst bedingt Aufopferung und diese Opferhaltung laugt uns schließlich aus, (vgl.: S. 65). "Burnout ist ein Signal dafür, dass wir etwas getan haben, ohne mit dem Herzen dabei zu sein, ohne Anmut und ohne Segen. Das erschöpft uns." (Zitat: S. 65)

Dr. Spezzano macht unmissverständlich klar, weshalb einer der größten Fehler in Familien darin besteht, jemanden zum Sündenbock zu machen. Das Problem ist, dass immer dann, wenn einer in der Familie zum Sündenbock herhalten muss, die gesamte Familie in Rollen- und Streitmustern festhängt. Die Konsequenz ist viel Angst, ist Kampf- und Fluchtverhalten und die Familie entwickelt sich nicht weiter, (vgl.: S. 66). Sofern einzelne Familienmitglieder den Sündenbock, der keineswegs ein Bösewicht, sondern unter Umständen nur die schwächste Person in der Familie sein kann, sehr selbstgerecht beurteilen, hat dies mit versteckten Schuldgefühlen aufgrund ähnlicher Ichvorstellungen zu tun.

Man lernt im vorliegenden Buch Begriffe wie "Ahnenmuster" und "Seelenmuster" kennen und erfährt, dass die Muster unseres Lebens auf der Ebene der Seele entstanden sind. Nach Ansicht des Autors spiegelt die Familie, in der wir aufgewachsen sind das wider, was wir in diesem Leben heilen möchten, damit wir unsere Lektionen zu lernen vermögen. Sofern man den Plan der eigenen Seele realisieren will, ist es notwendig, dass wir zu vergeben lernen. Denn je mehr wir vergeben, desto stärker löst man sich von seinen Ichvorstellungen und öffnet Raum für Liebe, Flow und Freude. Je intensiver man die Dunkelheit beseitigt, die aus Urteilen und Anklagen zusammengestzt sind, um so größer sind Verbindung und Erfolg in einer Familie, (vgl: S. 109).

Wir können heilen, indem wir Rollen aufgeben. Dann treten Verstehen und Liebe an die Stelle von Leid, Verurteilung und Trennung, (vgl.: S.109). Dr. Spezzano weiß, dass das Erleben einer negativen Emotion darauf hinweist, dass wir einen Fehler in unserem Denken haben, der zu einer schmerzlichen Deutung des Lebens führt und er ist sich sicher, dass unsere Bestimmung ein heiliges Versprechen ist, das zu erfüllen wir gekommen sind. Wenn wir das, weshalb wir gekommen sind, auch tun, dann fühlen wir uns glücklich und erfüllt, dann fühlen wir echten Sinn im Leben.

Es ist grundverkehrt anzunehmen, dass ein anderer Mensch unsere Bedürfnisse erfüllen sollte. Immer dann, wenn man solches von einem Dritten erwartet, entsteht Streit oder Stillstand, die aus innerem Rückzug des Gegenübers herrühren. Es macht keinen Sinn zu manipulieren, zu kontrollieren, zu bedrängen oder emotional zu erpressen. Das sollte sich jeder klar machen.

Was wir alle benötigen, ist innere Herzensbindung. Diese ist nur möglich, wenn man bedingungslos Liebe schenkt und bereit ist Liebe auch anzunehmen.

Ich teile mit Dr. Spezzano die Meinung, dass man sich nur dann von jemand abgelehnt fühlt, wenn man diese Person selbst ablehnt. Das Phänomen habe ich immer wieder beobachtet. Ein Element des Herzensbruchs besteht darin, dass wir uns abgelehnt fühlen. Allerdings ist das Gefühl der Zurückweisung eine Projektion, genau wie das Gefühl unerwünscht zu sein, (vgl.: S. 134).

Der Autor befasst sich in der Folge mit den Phänomenen Eifersucht, Angst, Wut und Groll. Er unterstreicht, dass nur Vergebung unsere ursprüngliche Herzensbindung erneut herstellt und zwar über die Welt der Schuldzuweisungen, Bewertungen und Vorwürfe hinaus, die allesamt zu Leiden führen, (vgl.: S. 140).

Ähnlich wie Tolle, weiß auch Dr. Spezzano, dass der Weg des Egos ein Weg der Angst, der Schuld und der Schmerzen ist und immer dann, wenn wir den Weg des Egos gewählt haben, auch andere uns nahestehende Personen diesen unglücklichen Weg wählen. Dies ist zu verhindern, indem man sich seiner Seelengaben bewusst macht und damit die kranken Beziehungsmuster zu heilen beginnt.

Es führt zu weit, all die im Buch erläuterten Familienfehler im Rahmen der Rezension auszuloten. Soviel nur, es ist möglich, den Code der Familienverschwörungen zu knacken. Machbar ist das durch "Bonding", sprich Herzensverbundenheit, die möglich ist, wenn man aufrichtig liebt und ebenso aufrichtig vergeben kann. Es ist die Liebe und die Vergebung aus denen Heilungsprinzipien entspringen und eine innige Verbindung zu uns selbst und Dritten möglich machen, (vgl: S. 224)

Immer dort, wo diese Transformationen stattfinden, entsteht Licht, das zu einer Brücke aus Licht werden kann, je mehr Menschen den Weg der Liebe und Vergebung gehen und den trennenden Weg der Egos verlassen, (vgl.S 237). Dr. Spezzano verdeutlicht anhand von Zentrierübungen (vgl.: S 238ff), wie man den Weg des Friedens und des positiven Bewusstseins erfolgreich beschreiten kann. Herzenbindung ist der Schlüssel zu allem, nur diese führt zu Energiefluss und einem reichen, farbenfrohen Leben.

Ein sehr gutes Buch, eines sehr klugen Autors, in dessen Gedanken es sich zu vertiefen lohnt.
 Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension: Lexikon der biblischen Irrtümer - Walter -Jörg Langbein

Der Autor dieses spannend zu lesenden Buches Walter-Jörg Langbein hat evangelische Theologie studiert. Zu den Themen Religion und Bibel hat er neben diesem, eine Reihe anderer erhellender Bücher verfasst, so etwa "Das Sakrileg und die heiligen Frauen" und "Die Geheimnisse der sieben Weltreligionen".

Das Cover des vorliegenden Taschenbuches beeindruckt mich, denn es erinnert an den durch die katholische Kirche ausgelösten "Madonnen-Huren-Komplex", der in allen Jahrhunderten bis zum heutigen Tag für viel Unheil sorgte, weil man die Frau immer in zwei Wesen zu teilen suchte: in Eva und Lilith.

Im Vorwort lässt Langbein den Leser wissen, dass unserer heutigen Bibelausgaben keine Originaltexte sind. Stattdessen handelt es sich um Übersetzungen von Übersetzungen. Aufgrund wiederholtem Übertragen von Texten von einer in die andere Sprache, haben sich umfangreiche Irrtümer eingeschlichen, so der Autor. Schon kleine Übersetzungssünden können zu gravierenden Mißverständnissen führen. Der Bibelkenner fragt: "Liegen versehentliche Irrtümer oder bewusste Verfälschungen vor?", (vgl.: S. 9 ).

Nicht alle biblischen Texte sind übrigens Originale. Mitunter gehen diese auf uralte Vorlagen zurück. Es handelt sich dann um vorbiblische Überlieferungen. Dies gilt beispielsweise für den Mythos der Erschaffung Adams oder auch für die Sintflut, (vgl.: S.11).

Walter Jörg Langbein hebt hervor, dass er nicht die Bibel angreifen will, wenn er auf biblische Irrtümer hinweist, sondern seine Informationen vielmehr als Vorraussetzung für eine Annäherung an die wirklichen Aussagen vom "Alten" und "Neuen Testament" begreift, (vgl.: S. 12).

Biblische Irrtümer gibt es im "Alten" und im "Neuen Testament". Der Autor listet 100 solcher Irrtümer auf, unter ihnen die Brudermordgeschichte von Kain und Abel, auch die Fehlinterpretation im Hinblick auf das vermeintlich generelle Verbot der Empfängnisverhütung in der Bibel. Nur an einer einzigen Stelle in der Bibel nämlich wird die Schwangerschaftsverhütung angesprochen und zwar als Onan den "Coitus interruptus" vollzieht. Er wird mit dem Tode bestraft. Wer sich also auf diese Stelle in der Bibel bezieht, müsste konsequenterweise die Todesstrafe für Empfängnisverhütung fordern, (vgl.: S.54).

Interessant liest sich, was der Autor von Lilith zu berichten weiß. Nicht Eva, sondern Lilith war Adams erste Frau. Wie er, war auch sie aus Staub und Erde geschaffen worden und entstammt demnach nicht aus einer Rippe Adams. Lilith soll auf völlige Gleichberechtigung bestanden haben und leitete ihre Rechte von ihrem identischen Ursprung ab. Adam wollte jedoch keine gleichberechtigte Partnerin, sondern eine Untergebene. Als Lilith sich selbst durch drei Engel nicht bewegen ließ, reumütig zurückzukehren, drohte Gott der selbstbewussten Lilith, dass täglich 100 ihrer Kinder sterben würden, sofern sie sich Adam nicht unterordnen würde.

Wie man in der Folge erfährt, wurde Lilith, die vormals als Übergöttin verehrt wurde und möglicherweise die personifizierte Erinnerung an eine der ältesten Göttinnen überhaupt ist, mit der Zeit zu einer verabscheuungswürdigen Hexe degradiert. Lilith, die erste Frau Adams "endete als Karikatur frauenfeindlicher sadistischer Männerphantasien auf dem Scheiterhaufen des ausgehenden Mittelalters und der blutigen Neuzeit." (Zitat: Langbein, S. 93)

Was sind Engel? Hatten sie Flügel? Hat der Engel der Weihnachtsgeschichte etwas mit dem Engel im "Alten Testament" gemein? Ist der Geburtstag von Jesus wirklich bekannt? Der Autor zeigt, wie gesagt, dass sich im Laufe der Jahrtausende eine Reihe von Fehlern in ursprüngliche Texte eingeschlichen haben und unsere Bibel mannigfaltige Widersprüche und Fehler aufweist. Verlieren, so fragt der Autor, die Aussagen der Bibel hierdurch an Wert und Glaubwürdigkeit? Langbein meint, dass man bei allen Irrtümern und Fehlern nach der zentralen Aussage der Bibel forschen müsse und konstatiert: "Die Bibel verkündet die Lehre der Nächstenliebe. Und diese frohe Kunde findet sich im "Neuen Testament" ebenso wie im "Alten Testament". "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" ist für Jesus das "höchste Gebot". Wir finden es zum Beispiel im Evangelium des Matthäus. Fast wortwörtlich steht im "Alten Testament": "Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes, noch Groll gegen sie empfinden. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Zitat: Langbein, S.335)


Ein Buch, dessen höchste Priorität die Nächstenliebe ist, verliert wegen einiger kleiner Irrtümer und Fehler für alle, die das Wesentliche bereit sind zu erkennen, nichts an Wert. Das macht Walter-Jörg Langbein durch sein Buch deutlich und zeigt allen Kleinkrämern die rote Karte. "Errare humanum est". Das sollten wir nie vergessen.


Rezension: Pilgerziele der Christenheit. Jerusalem -Rom-Santiago de Compostela

Dieses Buch enthält 400 Abbildungen zu geschichtlichen Hintergründen sowie den Bilderwelten des Pilgerwesens und insgesamt 12 wissenschaftlich fundierte Aufsätze bedeutender Fachleute aus ganz Europa, die sich mit der Pilgerthematik auseinander gesetzt haben.

Bei den Beiträgen handelt es sich um:

Julien Ries: Pilgerreisen und ihre Symbolik
Manuel C. Diaz y Diaz: Der Pilger im Mittelalter
Massimo Miglio: Pilgerfahren im Heiligen Jahr

Robert Plötz: Auf dem Weg und am Heiligen Ort
Klaus Herberts: Pilger auf dem Weg nach Jerusalem, Rom und Santiago
de Compostela
Paolo Caucci von Saucken: Die Via Francigena und die Pilgerstraße nach Rom
Juan Ignacio Ruiz de la Pena: Die europäischen Pilgerwege nach Santiago de Compostela
Marco Tangheroni: Die Pilgerrouten nach Jerusalem über das Meer
Anna Benvenuti: Rom Fernando López Alsina: Santiago de Compostela
Marco Tanheroni: Die Pilgerrouten nach Jerusalem über das Meer

Die drei zuerst genannten Autoren behandeln das Phänomen der Pilgerreise im Allgemeinen. Ries ordnet das Pilgern in den umfassenden Horizont der religiösen Anthropologie ein. Der Mensch möchte an die Stätten gelangen, an denen Heiliges sichtbar und greifbar geworden ist. Motiviert wird er dazu, weil er Zeugnis dafür ablegen will und weil er seiner selbst teilhaftig werden möchte. Der Autor definiert zunächst den Begriff Pilgerschaft. Er macht deutlich, dass der Entschluss auf Pilgerreise zu gehen, stets freiwillig sein muss, schreibt über Pilgerrouten und die Symbolik des Zentrums und der heiligen Orte.


Im geheiligten Zentrum ist sich der Pilger bewusst, ein Zentrum der Begegnung mit dem Mysterium, mit dem Göttlichen gefunden zu haben, das ihm Hilfe schenkt in seinem Alltagsleben, für sein Verhalten in seinen Beziehungen, für seine schuldbeladene Vergangenheit und für seine Zukunftsvision, für die Gesundheit seines Körpers und die seiner Seele, (vgl.: S.22). Man liest bei Ries auch von der sakralen Begegnung der griechichen und buddhistischen Pilger und von den christlichen Pilgern und ihrer Begegnung mit dem Mysterium, das am Ende jeder Pilgerfahrt steht.


Der Autor Diaz y Diaz arbeitet den Sinn und den Wert des christlichen Pilgerns im Mittelalter heraus und zwar in der Weise, wie sie sich in der mittellateinischen Literatur manifestiert. Thematisiert werden die Beweggründe der Pilger damals. So liest man, dass für den Entschluss eine Pilgerreise zu unternehmen, die Vorstellung, die sich der Fromme von der Persönlichkeit der Heiligen macht, grundlegend gewesen sei. Er musste die Fähigkeit erkennen, dass dieser erfolgreich Fürsprache für ihn einlegen könne. Um so sicherer sich der potentiellen Pilger war, desto eher war es wahrscheinlich, dass man eine Pilgereise realisierte. Willensstärke und Mut waren Grundvoraussetzungen, um zu pilgern. Man lernt das Urbild des Pilgers kennen und wird bei Diaz y Diaz auch über das geistliche Pilgerprogramm informiert.

Sehr spannend zu lesen sind auch die Pilgerfahrten im Heiligen Jahr von Massimo Miglio und hier speziell die Aufbereitung des Pilgerwesens durch das erste Heilige Jahr von 1300 und die Institutionalisierung des Heiligen Jahres im 14. und 15. Jahrhundert.


Robert Plötz informiert ausgiebig über den Pilgersegen, die Nachtwache, die Pilgerkrönung etc. und macht deutlich, was man unter Reliquien zu verstehen hat. Diese können Überreste von Heiligen sein oder auch nur Gegenstände und Kleidungsstücke, die sich in unmittelbarer Nähe der Heiligen befunden haben oder an ihre Primärreliquien "angerührt" worden sind, (vgl: S.82). Man erfährt über einzelne Zeichen am Ort und auf dem Weg Näheres und man erfährt auch, was an den Orten Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela geschah. Thematisiert wird ferner der Sinn und Zweck von Votivgaben, Weihegeschenken und Bruderschaften.


Man liest von Berichten von Pilgern im späten Mittelalter bei Klaus Herbers und bei von Saucken über die "Via Francigena" und die Pilgerstraßen nach Rom. Diesem Bericht sind zahlreiche sehr schöne Fotos beigeben u.a. auch vom Portal des Straßburger Münsters und von der Fassade der romanischen Kirche San Michele in Pavia, wie auch von der Krypta Santo Sepolcro in Acquapendente bei Viterbo an der "Via Francigena".


Pilgerrouten in Spanien kommen u.a. zur Sprache. Juan Ignacio Ruiz de la Pena schreibt sehr interessant über den Ausbau der Reisewege nach Compostela und wer diesen gefördert hat. Eine Fülle schöner Fotos zeigen, was Pilger während ihrer Pilgerreise zu sehen bekommen. Burgos ist ein wichtiges Etappenziel für die Jakobspilger.


Marco Tangheroni macht auf die Pilgerrouten nach Jerusalem über das Meer aufmerksam und widmet sich in diesem Zusammenhang auch den Kreuzzügen. Auch hier erwarten den Leser wieder viele Fotos u.a. auch von der Krypta der unterirdischen Kreuzfahrerstadt in Akko.


Anna Benvenuti befasst sich mit der Bedeutung Roms als Pilgerort ausführlich. Fernando Lopez Alsina thematisiert Santiago de Compostela und Franco Cardini schließlich Jerusalem. Nach der Lektüre beginnt man allmählich zu begreifen, weshalb sich Menschen noch heute auf den Weg machen, um die Begegnung mit Gott am Ende ihres Weges eventuell erfahren zu dürfen, denn es ist die Begegnung mit der reinen Liebe, derer sie teilhaftig werden möchten und die sie Mühsal aller Art in Kauf nehmen lässt.



Ein wunderbares Buch.



Rezension: Spirituelle Intelligenz - Wege zum sinnerfüllten Leben (Gebundene Ausgabe)

"Wann haben Sie zuletzt einen Freund mit einem kleinen Akt großer Liebe überrascht? Wie hat es auf ihn gewirkt?" Dies sind Fragen, die Brian Draper im vorliegenden Buch an seine Leser stellt.

Brian Draper hat ein gutes Buch geschrieben, in dem er sich mit Wegen zu einem sinnerfüllten Leben befasst. Es geht ihm darum, zu vermitteln, wie man auf der eigenen spirituellen Reise erwacht, mit anderen Augen sieht, den Wandel erlebt und das Gute weiter gibt.

Die Physikerin und Philosophin Danah Zohar sprach im Jahre 2000 zu ersten Mal von "Spiritueller Intelligenz", die nach ihrer Ansicht den zentralen Bestandteil unserer Intelligenz ausmacht, weil unsere Werte und Überzeugungen in ihm genährt würden und weil wir mit seiner Hilfe darauf wirken könnten, unser kreatives Potential zu entfalten, (vgl.: S. 13).

Draper erläutert in diesem Buch nicht die Argumente und Theorien Zohars, sondern nutzt das Konzept der spirituellen Intelligenz, um der Frage nachzugehen, was es bedeutet, sich auf eine transformative Reise einzulassen, die sich zu gleichen Teilen aus Kontemplation und Handeln zusammensetzt, (vgl.: S.14).

Um erwachen zu können, muss man die Augen offen halten und Rhythmen entwickeln, die ein aufmerksames Zuhören ermöglichen. Man muss einen Augenblick inne halten, um nachzudenken, den Moment der Klarheit nutzen, um sein Handeln zu verändern. Der Autor zeigt anhand vieler Übungen und Beispiele, die man im Rahmen einer Rezension leider nicht alle fokussieren kann, wie man aufgrund der Fähigkeit zur spirituellen Intelligenz schrittweise seinem Leben mehr Sinn und Bedeutung verleihen kann.
Bei allem geht es stets darum innezuhalten und nachzudenken.

Je aufmerksamer ein Mensch die Augen offen hält, um so mehr funkeln diese, um so mehr sieht man seine Nächsten und bewegt sich heraus aus dem Korsett seines Egos, das spirituelle Intelligenz zu unterdrücken sucht. Wer achtsam inne hält, wird plötzlich bemerkenswerte Dinge wahrnehmen.

Man muss Veränderungen zulassen und sich bewusst sein, dass diese immer nur heute stattfinden, von daher sollten wir nicht versuchen die Vergangenheit oder Zukunft zu ändern. Das funktioniert ohnehin nicht. Wie Tolle, so weiß auch Draper, dass das Leben nur im Hier und Heute stattfindet. Um es bewusst zu leben, bedarf es der Achtsamkeit.

Will man spirituelle Intelligenz entwickeln, muss man das Gute weitergeben. Wer rücksichtslos seine Ich-Mentalität auslebt, wird in dieser verhaftet bleiben. Großzügigkeit, nicht nur im materiellen Bereich, dokumentiert spirituelle Reife. Auf andere zugehen, anstelle sie zu ignorieren, gastfreundlich sein und über die Fehler anderer hinwegsehen können, ist ein Indiz für spirituelles Wachstums. Jede Form von Kleingeistigkeit steht spirituellem Wachstum entgegen.

Draper zitiert in diesem Zusammenhang zwei Sentenzen Jesus:

"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie."

"Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet werdest."

Wer sich wandeln möchte, sollte sich den Inhalt der beiden Zitate bewusst machen und an seinem Mitgefühl, aber auch an seiner Großzügigkeit arbeiten.

Innehalten, um nachzudenken, darum geht es in allen Kapiteln diesen wunderbaren Buches, das eine geeignete Lektüre nicht nur in der Adventszeit darstellt, um zu erwachen und sich zu neuen Ufern aufzumachen.

Empfehlenswert.




Rezension: Der Große Bibel-Atlas

Dieser hochinformative Atlas von Marcus Braybrooke und James Harpur zeigt anhand von teilweise dreidimensionalen Illustrationen und 450 Fotos und Zeichnungen sowie Landkarten die Topographie der biblischen Orte und verzeichnet auch die politischen Grenzen im Nahen und Mittleren Osten im Verlauf der biblischen Geschichte.

Nachgezeichnet werden nicht nur die Wanderungen der Völker, sondern auch die Reisen der biblischen Gestalten. Die Episoden der Bibel werden unter Berücksichtigung jüngster archäologischer Forschungen durch umfangreiches Bildmaterial, Landkarten, Pläne und Grundrisse in ihren zeitlich geografischen Kontext gestellt. Ziel der Rekonstruktionen von Städten und Gebäuden ist es, die biblische Welt zu vergegenwärtigen, die untrennbar mit den Religionen des Juden- und des Christentums sowie des Islam verbunden ist, (vgl.: S.7).
Untergliedert ist das Buch in:
-Das Alte Testament
-Am Anfang
-Die Patriachen
-Auf dem Weg ins gelobte Land
-Von den Richtern zu den Königen
-Niedergang und Wiederaufstieg
-Das Zeitalter des Hellenismus
-Das Neue Testament
-Der junge Jesus
-Das Wirken Jesu
-Tod und Auferstehung
-Die ersten Christen
-Revolution und Offenbarung


Man wird über die Zerstörung Sodoms ebenso aufgeklärt, wie über Abrahams Prüfungen, liest von den zehn Plagen, erfährt welchen Weg die Israaeliten genommen haben als sie aus Ägypten auszogen, wird über die Probleme in Kenntnis gesetzt, die das Leben in der Wüste mit sich brachte und was man unter der Religion der Philister zu verstehen hat. Man kann sich auch ein Bild von einem rekonstruierten Tempel der Philister machen und sich mit dem Geheimis der Kraft Simsons beschäftigen.


Sehr schön wird an die Weisheit Salomons erinnert, die sich auch auf die Gebiete Natur und Philosophie erstreckten. Geschildert wird die berühmte Episode, in der zwei Frauen vor König Salomon traten und behaupteten die Mutter eines Kindes zu sein. Salomon befahl, um den Streit zu beenden, das Kind mit dem Schwert in zwei Hälften zu teilen. Eine der Frauen begann zu weinen und war bereit, es der Rivalin zu geben, bevor es in zwei Teile zerschnitten werde. Die andere beharrte. Dadurch wusste der König, wer die wahre Mutter war.


Es ist mir unmöglich auf all das, was im Buch geschildert wird, näher einzugehen. Die Rekonstruktion Babylons beeindruckt mich sehr. Die vielen Geschichten aus der Bibel, die ich vor langen Jahren im Religionsunterricht hörte, gewinnen durch die bildliche Darstellung ein konkretes Gesicht.


Gefallen hat mir, dass man den Wunderheilungen Jesus Raum schenkt, seine teilweise mehrdeutigen Gleichnisse reflektiert und die Bergpredigt fokussiert, die im Matthäusevangelium in fünf Teile gegliedert ist und die Grundsätze einer Ethik entwickelte, auf denen die spätere christliche Lehre aufbaute.


Das Buch endet mit der Offenbarung des Johannes, das auch Apokalypse genannt wird. Es ist mit seinen mysteriösen Bildern, Symbolen und allegorischen Szenen das letzte und visionärste Buch des Neuen Testaments. Sowohl die Identität des Autors als auch der Zeitpunkt seiner Entstehung sind bis heute nicht eindeutig geklärt.


Ich empfehle das Buch besonders Familien mit schulpflichtigen Kindern, die am Religionsunterricht teilnehmen und sich auf diese Weise ein Bild von dem, was sie dort hören, machen können.



Rezension: Gott, wenn es dich gibt - Anselm Grün

Der Benedektinerpater Anselm Grün befasst sich mit den Glaubenserfahrungen von Aurelius Augustinus, Gertrud die Große von Helfta, Martin Luther, Teresa von Avila, Blaise Pascal, John Wesley, Charles de Foucauld, Eva von Thile -Winkler, Paul Claudel, Alfred Döblin, Marie-Joseph Pierre Teilhard de Chardin, Manfred Hausmann, Madeleine Delbrel, Dag Hammarskoeld, Simone Weil, Dorothee Sölle und Gianni Vattimo.
Grün konstatiert zu Beginn seines Buches, dass in jedem Menschen die Sehnsucht steckt, einen Sinn in seinem Leben zu finden. Zudem ist er überzeugt, dass Gott in das Herz eines jeden Menschen die Sehnsucht eingeschrieben habe, den zu finden, der allein seine Sehnsucht zu stillen vermag. Umbrüche im Menschen gibt es offenbar nur dann, wenn man auf seine innere Stimme - die Stimme Gottes hört. Nur dann ist man in der Lage, den neuen Weg hin zu einer größeren Wahrheit, Lebendigkeit, Freiheit und Liebe zu beschreiten.


In allen Zeiten war es dem Einzelnen möglich, sich Gott zu verschließen oder sich ihm zu öffnen. Einige der Personen im Buch, wie Simone Weil und Alfred Döblin haben länger gebraucht, um sich Gott zuzuwenden.


Der Benedektinerpater unterstreicht, dass die Texte im Buch nicht belehren möchten, sondern vielmehr "uns mit den Ahnungen unseres eigenen Herzens" in Berührung bringen wollen. Für Grün bedeutet Gott zu suchen, ihn auch immer wieder in Frage zu stellen, weil wir nach Gott nicht wie nach einer Sache suchen.


Alle Personen, die im Buch vorgestellt werden, haben Gott jeweils in ihrem eigenen Lebenskontext gesucht und gefunden. Man erfährt über jede einzelne Person biographisch Wissenwertes und liest dann über deren innere Nöte, den Zweifeln und den Glückerlebnissen im sich Hinwenden zu Gott. Alle, die sich Gottes bewusst geworden sind und ihn spüren, fühlen und wissen, dass er die reine Liebe ist.


Teresa von Avila (1515-1582) betet: "Mein Gott weil du die Liebe selbst bist, so bewirke, dass diese Tugend in mir vollkommen werde. Als dass das Feuer deiner Liebe alle Unvollkommenheiten der Eigenliebe in mir verzehre."(S. 76)


Allen, die Gott gefunden haben, ist gemeinsam, dass sie der Liebe teilhaftig geworden sind, die gottlose Menschen nicht kennen und vielleicht genau deshalb nicht selten so abgründig handeln und so erkennbar unglücklich sind.
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Rezension: Mutter Theresa

Roberta Metzger spürt in diesem Buch dem Leben Mutter Teresas nach. Ihr Text wird von vielen Fotos begleitet. Zu Beginn hat man die Gelegenheit ein Foto von ihr kennenzulernen, auf welchem sie noch sehr jung ist. Zu diesem Zeitpunkt hieß sie noch Agnes Bojaxhiu und lebte in Skopje. Sie entschied sich im Alter von 18 Jahren ihre Heimat zu verlassen. Sie hatte die katholische Grundschule besucht und später ein staatliches Gymnasium. Fasziniert war sie bereits als junges Mädchen vom meditativen Beten.

Sie ging von zu Hause fort nach Dublin zu den Schwestern von Loreto, um von dort aus als Missionarsschwester nach Indien geschickt zu werden. Mutter Theresa trat in Dublin dem Loretoorden bei, über den man im Buch (siehe S. 22) kurz informiert wird.

Sie leistete in Darjeeling ihr zweijähriges Noviziat ab, gab ihren weltlichen Namen auf und zog im Oktober 1946 von Darjeeling nach Kalkutta (vgl.: S. 29), um dort beganlische Mädchen zu unterrichten.

Auf Seite 28 wird kurz die Stadt Kalkutta skizziert, über die der amerikanische Regisseur Woody Allen einst sagte "Kalkutta ist die Heimat von hundert Krankheiten, die noch nicht einmal einen Namen tragen." Mutter Teresa war 29 Jahre hindurch Lehrerin und Rektorin an der Mädchenmissionsschule dort.

Roberta Metzger fragt "Warum tauschte die 36 jährige, die als Ordensfrau und Lehrerin glücklich war, ihre zwar nicht luxuriöse so doch gesicherte Existzenz gegen das Leben in absoluter Armut?" (S.29). Ihre Nächstenliebe veranlasste sie ganz offensichtlich dazu, den Dienst in den Slums aufzunehmen. 1948 war der Erzbischof von Kalkutta bereit, sie außerhalb des Klosters arbeiten zulassen. Nach einer Ausbildung in Krankenpflege nahm sie am 8.8.1948 ihre neue Aufgabe an. Sie eröffnete eine Laienschule in den Slums von Kalkutta. Wie man erfährt waren die Slumgebiete der Stadt in den Nachkriegsjahren durch die Zuwanderer stark angestiegen und Lebensmittel, wie medizinische Versorgung oder gar Schulbesuch waren Mangelware, (vgl.:S.39).

Man liest von der Teilung Indiens und davon wie Mutter Teresa 1950 die Kongregation "Missionarinnen der Nächstenliebe" gründete, deren oberste Regeln unbedingte Armut und der Dienst an den Armen sind, (vgl: S. 45). Man liest weiter von der Choleragefahr in Kalkutta und auch davon, dass der Orden in den ersten 10 Jahren nur in Kalkutta tätig sein durfte. Die Mitglieder widmeten sich der Sterbepflege, der Versorgung von Leprakranken und der Betreung verwaister Kinder, wie man dies nicht nur dem Text, sondern auch den Bildern entnehmen kann.

Thematisiert wird u.a. die Lepra als die Geißel der Entwicklungsländer und man erfährt auch wie sich die Niederlassungen der "Missionarinnen der Nächsteliebe" über die Grenzen Indiens hinaus entwickelt haben.

Mutter Teresa stellte die Weichen und führte die Schwestern mit straffer Hand. Sie war eine sehr selbstbewusste Frau, die sogar den Staatsoberhäupterin klar ihren Standpunkt mitteilte.

In der Folge wird ihr Weg zu weltlichem Ruhm näher erörtert. Sie war, wie jeder weiß, ein Medienstar und erhielt 1979 den Friedensnobelpreis. Es ist unmöglich all ihr Tun und ihre Begegnungen hier festzuhalten, aber ich möchte ihre Treffen mit Karl-Heinz-Böhm erwähnen, mit dem sie sich 1995 in Addis Abeba traf, weil beide sich um die Armut in Äthiopien sorgten. Diese Frau, die durchaus auch Glaubenszweifel hatte, tat so viel Gutes und wurde von allen geliebt und schließlich nach ihrem Tode (1997) im Jahre 2003 selig gesprochen.

Das empfehlenswerte Buch enthält viele Sentenzen Mutter Teresas, darunter die Mahnung: "Lasse nie zu, dass du jemand begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist."
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen,

Werte in Zeiten des Umbruchs: Die Herausforderungen der Zukunft bestehen (Taschenbuch)

Benedikt XVI reflektiert die Grundlagen eines positiven Zusammenlebens von Menschen innerhalb eines Staates. Er verweist hierbei auf die Notwendigkeit christlicher Wertvorstellungen und sieht in diesen eine Vorbedingung für friedvolles, zivilisiertes Interagieren in der Gesellschaft.

Benedikt führt die kulturelle Identität Europas nicht zuletzt auf die gemeinsamen christlichen Werte zurück und zeigt anhand eines historischen Rückblicks die Probleme auf, die entstanden sind, nachdem man den Staat rein sekulär betrachtet hat.

Das katholische Kirchenoberhaupt spricht von der nicht- materiellen Dimension der Wirklichkeit und den Grenzen der Vernunft. Christlich- ethische Werte, hervorgehoben: das Postulat der Mitmenschlichkeit, sind in Zeiten der Globalisierung dringend notwendig, nicht zuletzt, weil ansonsten ein friedliches Miteinander in Frage gestellt ist.

Werte sollten nach seiner Ansicht niemals an eine Ideologie geknüpft sein, sondern unabhängig von Ideologien Gültigkeit besitzen, so wie dies bei religiös fundierten Werten der Fall ist. Benedikt erinnert an die christliche Soziallehre, in welcher die genannten Werte ein nachvollziehbares Forum gefunden haben und wirbt auf diese Weise überzeugend für christliches Handeln in einer globalisierten Welt.



Rezension:Das Seelenkonglomerat und Michael Elrahim Amira für Dich: Über den Sinn und das Geheimnis deines Lebens, deines Da-Seins ... (Gebundene Ausgabe)

Michael Weber hat ein Buch vorgelegt, das das Phänomen der Seele thematisiert.

Über sein Buch eine Rezension zu verfassen ist nicht einfach, weil man sich dem esoterischen Text nur bedingt textanalytisch nähern kann.

Wenn der Autor mit seinem Schutzengel Imahil, seinem Hohen Selbst Olysse und mit seiner Seele Amira Dialoge führt, lasse ich mich auf diese Vorstellung ganz bewusst ohne Vorbehalte ein und hinterfrage nicht, ob derartiges überhaupt möglich ist.


Für Weber ist es eine Realität, über die er seine Leser in Kenntnis setzt und die ihm zu grundsätzlich positiven Erkenntnissen verhilft.


Der Autor setzt voraus, dass jeder Mensch einen Seelenanteil einer auf viele Personen verteilten Gesamtseele besitzt und gemeinsam mit seinen jeweiligen Seelengeschwistern Aufgaben lösen soll. Diese Aufgaben machen den eigentlichen Sinn des Lebens aus. Die Lösung der Aufgaben bringt dem Menschen Erfüllung und macht ihn glücklich. Deshalb wirbt der Verfasser dafür sich für diese Aufgaben zu öffnen.


Das Sternzeichen und numerologische Informationen weisen auf den Weg, der den einzelnen Menschen aufgabentechnisch vorgegeben ist und zeigen, in welchen Bereichen er aktiv werden muss um seinem Seelenanteil Gutes zu tun, sein Wachstum zu fördern und einen positiven Beitrag im Rahmen der Seelenfamilie zu leisten .


Bei allem ist der Einzelne aber nicht determiniert, sondern kann immer seinem eigenen Willen folgen. Lebt ein Mensch allerdings gegen sein seelisches Wollen, wird er unglücklich.


Weber stellt nicht in Frage, dass das eigene Denken das Handeln bestimmt -ganz im Gegenteil-, er empfiehlt sogar immer genau zu überlegen, welchen Gedanken man den Vorzug gibt, um zu erfreulichen Ergebnissen zu gelangen.


Angst ist nach Ansicht des Autors kein guter Berater, weil angsterfüllte Gedanken und Gefühle im eigenen Außen genau die Ereignisse, Situationen und Menschen anziehen, die diesen ausgesandten Angstgedanken entsprechen.


Er empfiehlt den Geschwisterseelen (die anderen Seelenanteile), sowie den schützenden Engelwesen zu vertrauen und auf diese Weise Angst abzubauen und sich für ein Seelenentwicklungsprogramm zu öffnen, dessen Ziel es ist ein eigenständiges Bewusstsein zu entfalten, welches dem göttlichen Willen nicht widerspricht. Dieser Wille ist generell dem Guten verpflichtet.


Das Buch ist prima strukturiert. Die Gedanken werden verständlich artikuliert. Personen, die sich dem Text vorurteilsfrei zuwenden und dem Thema nicht verschließen, werden nicht enttäuscht sein.


Empfehlenswert.