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Rezension:Hildegard von Bingen (Gebundene Ausgabe)

Denn Ewigkeit ist grün und ist die Keimzelle für alle Lebenskräfte in der Welt." 

 Dr. Gerhard Wehr beschreibt in seiner Einleitung zunächst das Wesen und Wirken Hildegard von Bingens, der großen Mystikerin, die sich als Äbtissin zur Menschenführung und zur Gründung und Leitung eines Klosters bis ins hohe Alter befähigt sah. Anschließend beleuchtet er das 12. Jahrhundert, das er als Jahrhundert des vielfältigen Geistes benennt. In jener Zeit des spannungsvollen Mit- und Gegeneinander pulsierenden Doppel-Organismus von Staat (Imperium) und Kirche (sacerdotium) lebte und wirkte die Rupertsberger Nonne, deren Lebensstationen der Autor sehr gut nachzeichnet

In der Folge erläutert Dr. Wehr zunächst allgemein Wissenswertes zu den Schriften, Briefen und Lieder der Äbtissin. Erst dann hat man die Chance Texte und Briefe von Hildegard kennen zu lernen. Die Texte aus "Scivias"- Wisse die Wege- kannte ich bereits, habe sie aber gerne erneut gelesen, speziell den Text "Von der Seele und ihren Kräften". Bei dem Text handelt es sich um eine Vision, die sich an die Erlebnisfähigkeit des Menschen richtet, beginnend bei seiner Triebstruktur bis hin zu den Weisen des Erkennens und Wollens.

Interessant sind die Briefe an Bernhard von Clairvaux und an Friedrich Barbarossa sowie deren Antworten, die wie alle weiteren Briefe verdeutlichen, dass Hildegard eine selbstbewusste, mutige Frau gewesen ist, die zielstrebig- allen Widrigkeiten zum Trotz- ihr Wollen in die Tat umsetzte.

Sie war, da stimme ich Josef Sudbrack zu, eine Ausnahmegestalt und in allem weit ihrer Zeit voraus. Sie sah, wie Heinrich Schipperges so treffend formuliert, Mensch und Welt, Leib und Seele, Natur und Gnade niemals als isolierbare Phänomene, sondern stets und überall in ihrer Verknüpfung eines Zusammenhangs der Erscheinungen

 Zu Ende des Buches ist eine Zeittafel mit den Lebensdaten Hildegard von Bingens sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis abgedruckt.

Empfehlenswert. 

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Rezension: Bernhard von Clairvaux

"Niemals wird es Liebe ohne Furcht geben, aber es wird eine keusche Furcht sein; niemals ohne Verlangen, aber es wird ein geordnetes Verlangen sein." (Bernhard von Clairvaux)

In diesem Buch hat man Gelegenheit das Leben und Texte des Mystikers Bernhard von Clairvaux näher (1090-1153) kennen zu lernen, dessen Inspirationen primär von der Liebesdichtung des biblischen Hohenliedes beeinflusst wurde. 

Der Autor Gerhard Wehr  beschreibt die historische Situation zu   Lebzeiten des Zisterziensers, in der sich damals von der Rom gelenkten Kirche nach gewaltigen Umbrüchen eine Epoche der Reform bzw. Reformwillens ankündigte. Trotz dieser Tatsache allerdings kam es andererseits zur Bekämpfung einzelner, als Ketzer deklassierter theologischer Denker, die man zum Schweigen bringen wollte. Erwähnt wird hier der Theologe Petrus Abaelard (1079-1142), ein bedeutender, aber umstrittener Denker des Mittelalters. Der Franzose stellte die Dialektik in den Dienst der theologischen Wahrheitsfindung und führte sie auf diese Weise zum Höhepunkt philosophischen Erkennens, (vgl.: S.11).

Bernhard von Clairvaux hat in jener Zeit einen besonders hohen Rang. Seine Bedeutung und sein Rang werden nicht zuletzt dadurch noch heute hervorgehoben, indem man vom „bernhardinischen Jahrhundert“ spricht, wenn man das Jahrhundert seines Wirkens im Auge hat. Der Autor erläutert kurz Wissenswertes über die Zisterzienser, für die die klassischen Mönchstugenden Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam galten ihre  asketische Grundhaltung bestimmte. 

Bernhard war der Sohn eines burgundischen adeligen Ritters. Geboren wurde er auf Schloss Fontaines bei Dijon. Er soll eine hohe Schulbildung besessen haben, bevor er ins Kloster der Benediktiner in Cluny eintrat. und wenig  später mit einer Gruppe von Mönchen Kloster Clairvaux gründete. Dort wird er Abt. Geschickt weiß er innerkirchliche Spannungen aufzulösen. Immer mehr Aufgaben werden ihm erteilt, sei es von dem schnell wachsenden Orden selbst oder aber von der Kirchenleitung in Rom, (vgl.: S.17). Er war es, der u.a. Anteil am Zustandekommen des Templerordens hatte und der Partei in Richtungskämpfen gegen den Scholastiker Peter Abaelard ergriff. Der Zisterzienser sah durch die Thesen des hochgebildeten Theologen Abaelard die Lehre der Kirche gefährdet. 

Nicht unerwähnt bleibt sein Briefwechsel mit Hildegard von Bingen und die Tatsache, dass in der Gesamtheit sein Lebenswerk vielfältig und geschichtsträchtig war. Als er starb, gab es bereits 300 Zisterzienserklöster, in denen sich in Erfüllung der ursprünglichen Benediktus-Regel Ungezählte zu hingebungsvoller missionarischer Arbeit zusammengefunden haben, (vgl.: S.21). 

Im vorliegenden Buch, hat man Gelegenheit 21 seiner Texte studieren zu können, über deren Nachwirkung man im Vorfeld kurz informiert wird. Besonders interessant finde ich seinen Gedanken der Vorrangstellung der göttlichen Liebe, die auf die zwischenmenschliche Liebesbeziehung, letztlich auf alles Sein, auf alle Geschöpfe ausstrahlt und die wiederum zu Gott zurückfließt, (vgl.: S.128). 

Empfehlenswert.

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Rezension: Die singenden Steine von Monreale

Dieses Buch enthält eine CD mit sakralen Klängen, die man zwecks einer Einstimmung auf den Text im Vorfeld hören sollte. Thema des Buches sind die Geheimnisse des Kreuzganges des Klosters Santa Maria la Nuova in Monreale. Dieses Kloster stammt aus dem 13. Jahrhundert. Auf den Schwarz-Weiß-Bildern des Fotografen Roberto Sigismondo und mittels der Grafiken Rainer Straub jun. erhält man einen guten visuellen Eindruck von diesem imposanten Gebäude. 

Die Bezeichnung Monreale leitet sich von  "Mons regalis", der königliche Berg, ab. Das einstige Benediktinerkloster befindet sich in der Nähe von Palermo auf Sizilien an den Ausläufern des Monto Caputo und wurde von König Wilhelm II. von Hautville im Jahre 1166 gegründet. Über die historischen Hintergründe, die zur Klostergründung führten, wird man hinreichend aufgeklärt, bevor man dann Näheres zu dem imposanten Kreuzgang erfährt.

 Der Kreuzgang eines Benediktinerklosters stellt das Zentrum des mönchischen Lebens dar. Zumeist ist er vierflügelig und als Umgang in sich geschlossen. Die Architektur erklärt sich aus seiner Funktion. So gruppieren sich um ihn herum alle wichtigen Räume, die man auf diese Weise leicht erreichen kann. 

Es führt zu weit, die Besonderheiten des Kreuzganges von Monreale hier aufzuführen. Rainer Straub ist nach eingehendem Studium dieses architektonischen Wunders überzeugt, mehrere Programme gefunden zu haben, die man als Meditationsgrundlage beim Schreiten durch das Geviert empfinden kann. In seinem Text stellt er Gedanken vor, die ihm beim Weg durch den Kreuzgang gekommen sind. Der Autor entdeckte, dass man dort mehrere Themen ablesen kann, die sich als Summe innerhalb der Säulenfolge zu Programmen zusammenfügen.

 Besonders interessant finde ich die Erläuterung der Zahlensymbolik. In den Abmessungen des Kreuzgangs fallen viele Zahlen auf, denen in der Heiligen Schrift eine tiefere Bedeutung zugesprochen wird, (vgl.S.34ff). Die Mönche konnten den Kreuzgang aufgrund seiner Konstruktion als Weg durch das Jahr mit seinen zwölf Tierkreiszeichen interpretieren. Auf diese Weise stellt er eine Grundlage für die Meditation der Jahres- und Tageszeiten zur Verfügung. Die Tierkreiszeichen werden von je neun aufeinanderfolgenden Doppelsäulen repräsentiert, (vgl.: S. 43). 

Thematisiert wird in der Folge u.a. das einheitliche Programm des Kreuzgangs, die acht Seligpreisungen, die Meditation des 119. Psalms, der verschlüsselte Choral und hier die Töne und Symbole. Die Architektur der Kapitelle vermittelt offenbar die Melodie eines Chorals, dessen Alleluja für den Kundigen auf den Steinen ablesbar ist. 

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Essenz der Lehre Buddhas: Zeitlose Weisheit für moderne Menschen (Gebundene Ausgabe)

Das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, stellt in diesem Buch die Essenz der Lehre Buddhas vor. Das Nachwort zu dem Buch, das zeitlose Weisheit für moderne Menschen bereithält, hat der Buddhist und weltberühmte Schauspieler Richard Gere verfasst. 

 Zunächst erfährt man Wissenswertes über spirituelle Traditionen. Hier liest man gleich zu Beginn, dass Buddhisten glauben, dass wir für die Qualität unseres Lebens, für unser Glück und unsere Mittel selbst verantwortlich sind. Sofern wir ein sinnerfülltes Leben wünschen, müssen wir und geistig ändern. 

 Der Sinn des Lebens für den Dalai Lama besteht darin, Mitgefühl zu entwickeln, weil Mitgefühl ein geistiges Vermögen ist, durch das wir zu wahrem dauerhaften Frieden und zur inneren Stärke gelangen. Durch Mitfühlen reduzieren wir die egoistischen abträglichen Regungen und vermehren die selbstlosen und aufbauenden. Dies erzeugt in uns selbst und für andere Menschen Glück.

 Man erfährt Essentielles über das Ich und das Selbst im Buddhismus und wird über die "vier" Siegel des Buddhismus aufgeklärt, durch die dieser sich von anderen Glaubenstraditionen und philosophischen Schulen unterscheidet.

 Alle zusammengesetzten Dinge unterliegen der Vergänglichkeit. Nach ihrer Natur sind sie leidvoll oder ichlos. Die Grundursache für unser unerleuchtetes Sein besteht darin, dass wir nicht wissen, dass alle existierenden Dinge ohne ein eigenständiges Ich oder selbst sind. Das Glück besteht darin, dass in der Ichlosigkeit die Chance besteht, uns aus dieser unseligen Lage im zyklischen Dasein zu befreien. Unser Bemühen um Weisheit schenkt uns einen Zustand jenseits des Kummers, den man mit dem Sanskritwort "Nirwana" bezeichnet. (vgl.: S.38). 

 Man lernt in der Folge die Schulen des Buddhismus kennen und liest mehr über den Zustand der Ichlosigkeit. Die Essens dessen nämlich, was der Buddhismus lehrt, ist das Nichtvorhandensein eines bleibenden Wesenskerns. Zur Sprache gebracht werden die vier edlen Wahrheiten. Ziel ist es zu erlernen, nicht am Ich-Gefühl festzuhalten, denn in diesem besteht die Ursache allen Leidens. Es bedarf Jahre der geistigen Schulung, bis man vollständig losgelassen hat. Nur wer vollständig loslässt, muss nicht mehr wiedergeboren werden.

 Über die Rolle des Karma wird man auch unterrichtet und kann sich mit dem Wesen des Ichs befassen. Seitens der Buddhisten wird allgemein die Notwendigkeit, das Nichtsvorhandensein bzw. die Leerheit des Ichs durchschaut. Das Buch enthält nicht zuletzt auch sehr gute praktische Hinweise zur Meditation und berührt den Leser durch seine tiefe Weisheiten, für die man sich öffnen sollte, weil sie uns die Chance geben, den Zustand des Leidens zu überwinden. 

 Dieses Buch empfehle ich sehr gerne. 

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Rezension:Die Gabe - Entdecke deine Bestimmung und lebe sie (Gebundene Ausgabe)

Der Regisseur Demian Lichtenstein und dessen Schwester Shajen sind die Autoren dieses wunderbaren Buches, das mich in den letzten beiden Tagen völlig gefangen nahm. Die Geschwister sind Gründungsmitglieder der "Southern California Association of Transformational Leaders". Es handelt sich dabei um eine Bewegung, die den sozialen, ökologischen und spirituellen Wandel vorantreiben wollen. Neben diesem Buch gibt es einen gleichnamigen Film, den ich leider noch nicht gesehen habe. 

Erläutert werden die kosmischen Gesetze: 
Das Gesetz der Empfänglichkeit
Das Gesetz der Bestimmung 
Das Gesetz der Widrigkeit 
Das Gesetz der Schwingung 
Das Gesetz der Liebe und Kommunikation
Das Gesetz der bewussten Absicht 
Das Gesetz der Ganzheitlichkeit

 Jeder Mensch, so die Autoren, verfügt über eine Gabe. Darunter ist die Essenz dessen, was wir sind zu verstehen. Es handelt sich um unsere Qualitäten, zu denen Liebe, Freude, Frieden, Harmonie, Authentizität, aber auch einzigartige Talente und Fähigkeiten zählen. In unserer Verantwortung liegt es, diese Gaben zum Ausdruck zu bringen. Entscheidet man sich für seine Gabe, so verbindet man sich mit der Wirkmacht universeller Prinzipien, den oben genannten kosmischen Gesetzen. 

Jeder Mensch und dessen Seele, alles was atmet und existiert ist Bestandteil eines übergreifenden Systems, das die Autoren Kosmos nennen. Alle Menschen entstammen derselben schöpferischen Energie, die seit der Entstehung des Universums alle Lebensprozesse steuert. Wir alle sind Ausdruck dieser Energie. Offenbar sind die Bedingungen, unter denen die universelle Energie im Menschen sich entfaltet, durch die kosmischen Gesetze definiert. Nach diesen Gesetzen zu handeln, hat zur Folge, dass man erfüllter und auch glücklicher lebt. 

Wer nach den kosmischen Gesetzen lebt, muss nicht mehr kämpfen, denn es eröffnet sich ihm das energetisches Potential, das dabei hilft nach seiner Bestimmung zu leben. Die Autoren zeigen, wie man sich von seinen Fesseln löst und frei wird für die Gabe, die man besitzt und die man so zur Entfaltung bringen kann. 

Das kosmische Gesetz der Empfänglichkeit lehrt uns, wie man sich für diese Gabe öffnet. Dabei ist es sehr wichtig, sich von negativen Instanzen zu befreien. Dazu gehören Kontrollgelüste, Machtansprüche und Neid. Schicht um Schicht gilt es abzutragen, was die Gabe blockiert. Sobald man die Gabe erkannt hat, sollten wir uns bemühen, sie zu entwickeln und sie mit anderen Menschen zu teilen, denn die Gabe ist kein Besitz. Sie beinhaltet eine große Verantwortung.

 Die Autoren erläutern die Wege zur Gabe, verdeutlichen, was wir sofort tun können und was wir besser lassen sollten. Mittels Übungen wird die Empfänglichkeit dann geschult. In der Folge dann werden alle kosmischen Gesetze, die ich eingangs genannt habe, abgehandelt, immer wieder Wege aufgezeigt und Übungen bereitgestellt. Dabei kommentieren Meister der Transformationslehre wie etwa Michael Bernhard Beckwith, Jack Canfild oder Sri Sri Ravi Shankar die einzelnen kosmischen Gesetze. Einige dieser Gesetze kann ich aufgrund der Beschäftigung mit Büchern und DCs des von mir hochgeschätzten Dr. Dahlke. 

Im vorliegenden Buch habe ich mich sehr mit dem kosmischen Gesetz der Widrigkeit befasst, das dazu verhilft, Konflikte neu zu sehen und diese als eine Chance zu begreifen, sich weiterzuentwickeln. Widrigkeiten muss man als Transformationsräume erkennen, in denen wir uns unserer Lebensaufgabe stellen sollen. Es ist notwendig, den Schmerz loszulassen und das Hilfreiche zu erkennen, das darin besteht, sich auf seine Gabe zu konzentrieren. Für die Entwicklung unserer Gabe ist es wichtig, äußere und innere Widerstände auszuhalten. 

Es hat keinen Sinn gegen Widrigkeiten zu kämpfen, weil man seine Energie anstelle für die Entwicklung seiner Gabe für etwas Negatives vergeudet. Dies zu erkennen, ist nicht immer einfach. Man muss loslassen können und begreifen lernen, dass jedem Abschied auch ein Neuanfang inne wohnt. Konzentrieren wir uns also auf unsere Gabe, dann bilden wir ein energetisches Feld der Liebe aus. Wir werden auf einer hohen Schwingungsebene genau die Menschen finden, die bereit sind Gaben miteinander zu teilen, für ein positiveres Miteinander. 

 Das Buch empfehle sehr gerne. 

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Rezension:Die großen Fragen - oder: Menschlich von Gott reden (Gebundene Ausgabe)

Der Theologe Dr. Eugen Drewermann und der Journalist Michael Albus befassen sich in diesem Buch mit den Fragen, die wir Menschen uns seit Jahrtausenden stellen und wohl stets aufs Neue stellen werden. Es sind die Fragen nach Angst, Liebe, Tod und Leid, nach Freiheit, Schicksal, Macht, Gewalt, Schuld, nach Gott, der Seele und nach der Bedeutung unserer Träume. Diese Fragen machen immer wieder neue Antworten erforderlich.

Ziel der oben genannten Gesprächspartner ist es, den Leser zum nüchternen, aber auch leidenschaftlichen Nachdenken anzuregen.

Man sollte dieses Buch nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern sich immer wieder einmal ein Kapitel vornehmen. Die Gedanken auf sich wirken lassen und nach Möglichkeit mit Freunden über die Themen diskutieren. Die beiden Autoren verdeutlichen, dass es sich bei den oben genannten Fragen mithin um Glaubensfragen handelt. Dies zu akzeptieren, dürfte nicht für jeden Leser einfach sein.

Dass Angst eine Mitgift der Natur ist, muss man akzeptieren, dass sie unglaublich belastend sein kann, wissen all jene, die von Panikattacken heimgesucht werden. Bei der Betrachtung dieses Themas wie aller anderen ziehen die Gesprächspartner psychologische, sozial- und naturwissenschaftliche Erkenntnisse hinzu. Dabei lässt Dr. Drewermann die pränatal bedingte Angst, von Menschen, deren Mütter durch Kriegserlebnisse traumatisiert sind, nicht unerwähnt und zeigt, dass es mitunter nicht einfach ist, sich von Angst zu befreien.

Vielleicht haben wir alle immer ein wenig Angst, uns mit Fragen der Liebe, des Todes, des Leids etc. auseinanderzusetzen, weil wir hier stets unsere Grenzen erkennen sowie begreifen müssen, dass nicht alles in unserer Macht liegt und vielleicht kann die Religion tatsächlich eine Asylstätte sein, an welcher wir alle uns fragen dürfen, wer wir selbst sind, wo uns solche Fragen doch ansonsten vielerorts als Schwäche ausgelegt werden.

Sich mit den Schattenseiten des eigenen Seins zu befassen, diese zunächst zu akzeptieren, bevor wir an ihnen arbeiten, bedarf der Demut. Sie ist die Voraussetzung, um unser eigenes Leben zu verändern und uns für ein Miteinander zu entscheiden, das Gläubige in allen Zeiten als ein gottgefälliges Leben bezeichnet haben.

Bemerkenswert in diesem Buch sind die Querverbindungen, die Dr. Drewermann herstellt. Sie bekunden nicht nur, dass er ein gebildeter Mann ist, sondern auch ein Mensch, der Überblick besitzt und sie dokumentieren, dass er frei von Engstirnigkeit ist.

Empfehlenswert.
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Rezension:Die Schicksalsgesetze: Spielregeln fürs Leben - Resonanz Polarität Bewusstsein (Gebundene Ausgabe)

Dr. Rüdiger Dahlke thematisiert in diesem Buch sogenannte Spielregeln des Lebens. Zu diesen Spielregeln zählt u.a. das Gesetz der Polarität. Hier macht der Autor zunächst einmal deutlich, dass Yin und Yang einander brauchen und ergänzen und gemeinsam erst das Tao bilden können.


Wissen muss man, dass beide Seiten der Polarität bedürfen und erst zusammen ganz und eins sein. Immer dann, wenn man nur einen Teil betont, wächst der andere im Schatten mit. An nichts soll unsere Welt so erkranken wie am Schatten, (vgl.: S.42).


Dr. Dahlke stellt die Polarität in zwischenmenschlichen Beziehungen dar. So spiegeln Paare ihre unterschiedlichen, geschlechtsspezifischen Seelenanteile und darüber auch alles, was an der eigenen Persönlichkeit noch nicht rund und vollkommen ist, (vgl.: S.55). Partner bereiten uns Probleme und zeitgleich Chancen, weil sie stets dort, wo sie für uns schwierig sind, zur echten Herausforderungen und Wachstumsangelegenheiten werden, (vgl.: S. 56).


Der Autor verdeutlicht, dass das Böse der jeweils verdrängte, nicht zur Kenntnis genommene und deshalb unbewusste Seelenanteil sei und insofern sehr unserer Wertung unterliege, (vgl.: S.64). Nimmt man diese Wertung heraus, dann entpuppe sich das Gute als das Bewusste und das Böse als das Unbewusste. Weil wir von Licht der Bewusstheit sprechen, ergeben sich die Gegenpole Licht und Schatten.

In der Folge schreibt der Autor von der Geschichte der Projektion. Dabei ist Projektion eine Möglichkeit, unsere Schattenseiten an anderen zu bekämpfen. Diese Möglichkeit allerdings bringt uns in unserer Bewusstseinsentwicklung leider nicht voran.

Dr. Dahlke verdeutlicht, wie man mit Polarität umgehen sollte und weshalb es sinnvoll ist, Licht- und Schattenseiten in sein Leben einzubringen. Licht und Schatten, Standpunkt und Gegenstandpunkt haben ihre Wahrheit und Probleme lassen sich lösen, indem man über sie hinauswächst, (vgl.: S.94).

Wir müssen uns klar darüber werden, dass all das, was uns widerstrebt oder stört mit unserem Schatten zusammenhängt, ansonsten nämlich hätte es keine Wirkung. Wer seinen Schatten sucht, findet ihn. Die Intensität der Suche hängt dabei damit zusammen, auf wie viele Bereiche des Lebens sie ausgedehnt wird, (vgl.: S.99).

Dr. Dahlke erläutert auch das Gesetz der Resonanz. Dieses besagt, dass wir nur wahrnehmen, wozu wir Resonanz besitzen und auch nur in Kontakt kommen, womit wir in Resonanz sind, (vgl.: S. 101). Dabei verhält es sich so, dass dann, wenn man einverstanden ist, in Resonanz geht. Sich unverstanden fühlen, heißt letztlich einen Mangel an Resonanz wahrzunehmen. Sobald man Resonanz zu Resonanzphänomenen entwickelt, findet man lt. Dahlke diese überall. Resonanz bedeutet miteinander zu schwingen trotz aller Verschiedenheit.

Da jeder Mensch nur seine eigene Welt wahrnimmt und nur mit dieser in Resonanz steht, bekommt er zu allem anderen weder Kontakt noch Verständnis. Damit jedoch wird die Welt zu unserem Spiegel. Sofern wir den Spiegelcharakter unserer Welt verkennen und sie für objektiv und unabhängig von uns einschätzen, entstehen Probleme, (vgl.: S.114).


Wenn wir unsere Umwelt als unseren Spiegel begreifen, sollten wir sie zur Selbsterkenntnis nutzen, empfiehlt der Autor. Es geht darum, uns selbst zu ändern, denn nur dadurch ändern wir unsere Resonanz. Es muss uns klar werden, dass Resonanz zwei Seiten hat und wir sowohl im Positiven als auch im Negativen ins Mitschwingen geraten können, (vgl.: S.116).


Was auch immer uns begegnet, muss in Resonanz zu uns stehen. Sofern es uns gefällt, ist es in Resonanz mit unserem bewusst(en) Sein, ansonsten mit unserem Schatten.


Resonanzgesetze lassen Menschen zueinander finden, die am selben interessiert sind, die zueinanderpassen und zwar, weil sie ähnliche Themen und auch Probleme im Hinblick auf positive und negative Resonanz haben, (vgl.: S.118). Man begegnet stets den Menschen, auch den Büchern und macht bestimmte Erfahrungen für die man reif ist.


Dr. Dahlke erläutert, weshalb die Liebe ein Resonanzproblem darstellt und er konstatiert "Je größer und tiefer die überwundenen Abgründe, je weiter der Brückenschlag, desto erhebender das Gefühl, desto größer und berauschender die Liebe." (Zitat: S.126)


Resonanz und Polarität also sind die beiden großen Gesetze der Wirklichkeit. Dabei muss uns klar werden, dass wir Dinge in der Wirklichkeit, die zugleich vorhanden sind, dennoch nicht zeitgleich wahrnehmen und von daher die Illusion der Zeit dazwischen benötigen. Der Autor macht den Leser mit Illusionswelten vertraut und thematisiert die Wirklichkeit hinter unserer Wirklichkeit.

Fernerhin befasst sich Dr. Dahlke mit sogenannter Ursachensuche und zeigt Wege der Erkenntnis auf, die er in Analyse und Einsicht sieht. Er beleuchtet Wege über innere Bilder, schreibt ausführlich vom Gesetz des Anfangs, das in Hesses Gedicht "Stufen" sehr gut auf den Punkt gebracht wird und zeigt wie man dieses Gesetz sinnvoll anwendet.


Sehr interessant sind Dr. Dahlkes Betrachtungen in punkto Synchronizität, wonach alles mit allem zusammenhängt und schwingt und zwar jederzeit und überall.


Doch das ist noch nicht alles. Der Autor nimmt den Leser mit in die komplexe Welt morphogenetische Felder und konkreter Urprinzipiensysteme, die ich mich hüte, an dieser Stelle in zwei Sätzen wiedergeben zu wollen.


Ein Buch, das ich gerne empfehle, hauptsächlich all jenen, die sich mit den Problemen von Licht und Schatten befassen und diese voneinander zu trennen suchen.
Empfehlenswert.

Rezension:Zwei Herzen im Einklang: Das Wunder erfüllter Partnerschaft erleben (Gebundene Ausgabe)

Der amerikanische Psychologe Dr. Chuck Spezzano hat ein sehr bemerkenswertes Buch in Sachen erfüllter Partnerschaft geschrieben. Mittels wohldurchdachter Übungen zeigt er dem Leser wie diese realisierbar ist.

Wie in der amerikanischen Literatur nicht unüblich, wartet der Autor mit einer Fülle von Beispielen auf, die er seinen jeweiligen Übungen voranschickt. Auf die Fälle im Einzelnen einzugehen, führt in der Rezension allerdings zu weit.


Worum geht es bei den fast 100 Übungen? Nun beispielsweise darum, die eigenen Beschwerden und Kümmernisse zu überprüfen und dabei zu hinterfragen, inwiefern sie Klagen und Wutausbrüche darstellen, aufgrund der Tatsache, dass unser eigenes Nehmen und Bekommen vereitelt wurde. Der Autor empfiehlt, den Trugschluss und den Mangel an Verantwortlichkeit zu erkennen, die von Unabhängigkeit und Nehmen erzeugt werden. Wer gibt und bereit ist zu empfangen, ist leichter in der Lage den Fluss der Partnerschaft wieder herzustellen.


Nach Auffassung Spezzanos geht jedes Trauma, das wir in unserem Leben durchlitten haben, auf eine irrtümliche Entscheidung zurück, als wir Verbundenheit aufgegeben haben, um unser Ego aufzubauen. Das Ego macht fortwährend große Versprechungen, so etwa, dass wir frei wären, wenn wir uns abtrennen von anderen und in unser Ego investieren, also in das Prinzip der Getrenntheit. Allerdings gibt es nach Auffassung dieses Psychologen nur unechte Unabhängigkeit, die abgespalten ist und im Grunde nur eine Form des Davonlaufens darstellt, (vgl.: S.50)


Es stimmt, wenn Spezzano sagt, dass sich aller Ärger in Beziehungen um die Besonderheit dreht. Wenn nicht anerkannt wird, das man selbst oder der andere etwas Besonderes ist, entsteht Aggression. Diese kann nur dadurch verhindert werden, dass man den eisernen Griff des Egos nicht mehr zulässt. Dann erst kann man sich in einer Beziehung annehmen und verwirklichen.


Der spirituell ausgerichtete Psychologe ist der Ansicht, dass jede Beziehung nur dann ihren Zweck erfüllen kann, wenn Einheit besteht, die man liebend dann gemeinsam auf andere zu übertragen in der Lage ist.

Der Psychologe macht den Leser darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Angst vor Nähe in einer Partnerschaft zu überwinden und wie man sich der Mauern gegenwärtig wird, die zwischen uns und unserem Partner bestehen. Diese gilt es behutsam abzubauen und es gilt auch Vernachlässigungen zu heilen.


Was es bedeutet eine Beziehung wirklich anzunehmen, erklärt der Psychologe sehr gut und er bringt es auf den Punkt, dass am Ende die Liebe mächtiger ist als negative Emotionen, die nur darauf hinweisen, dass wir Fehler gemacht haben. Es ist die Liebe, die Angst auflöst und Vertrauen schafft. Es ist die Liebe, die aus Bewertungen Mitgefühl macht und den Wunsch erzeugt zu helfen.


Spezzano sagt nicht grundlos, dass stets dann, wenn wir unsere Beziehung nicht zugunsten von Liebe und Glück einsetzen und wir bloß unsere Bedürfnisse befriedigen, wir ein Leben des Habenwollens und des Nehmens mit samt all dem Leid, dem Versagen und Abspalten führen, das damit zusammenhängt. Menschen und Beziehungen werden nur als Vorwand benutzt und Angst und Illusion, die daraus resultieren, werden zu unserer Lebenswirklichkeit.


Um das zu verhindern, lohnt es sich, die Übungen im Buch durchzuführen und sich dabei bewusst zu werden, dass Liebe der einzige Weg ist und zwar in allen Beziehungen, die wir im Laufe unseres Lebens eingehen.
Empfehlenswert.

Rezension:Reise zu den schönsten Stätten mittelalterlicher Klosterkultur (Gebundene Ausgabe)

Der Fotograf Franz-Karl Freiherr von Linden ist der Autor dieses Prachtbandes. Von ihm stammen sowohl die beiden zentralen Textbeiträge als auch alle Fotos, die dem Leser Zisterzienser-Klöster in ganz Europa näher bringen.


Bevor ich mich mit den Fotos befasst habe, vertiefte ich mich zunächst in die Landkarte, die gleich zu Beginn des Buches die vorgestellten Klöster in die entsprechenden Regionen verortet und las im hinteren Teil des Werkes im Rahmen der beiden Zentralbeiträge Wissenswertes über den Zisterzienserorden und über Bernhard von Clairvaux.


Man erfährt Näheres zur Gründung und zur Ausbreitung, sowie zur Blütezeit des Zisterzienserordens im 11. und im 12. Jahrhundert, zur Rolle der Zisterzienser während der Kreuzzüge, zur Geschichte der Laienbrüder in Zisterzienserklöstern, zu Wirtschaftsgeschichte des Ordens, zum Bergbau und zur Lebensmittelindustrie in diesen Klöstern, zur wirtschaftlichen Entwicklung im 13. und 14. Jahrhundert, zur Krise des Ordens im Spätmittelalter, auch zum Orden im Zeitalter der Reformation und zur Auswirkung der katholischen Reform in der Mitte des 16. Jahrhunderts auf die Ordensgeschicke. Zu guter Letzt wird man noch auf das Verhalten der Zisterzienser im Zeitalter der Aufklärung und Säkularisierung in Kenntnis gesetzt.


Über Bernhard von Clairvaux, der wohl stärksten kirchlichen Persönlichkeit zwischen 1120 und 1150, die aus der zisterziensischen Reformbewegung kam, hat man Gelegenheit sich einen biografischen Überblick zu verschaffen. Der Abt von Clairvaux gehörte 1119 zu den Unterzeichnern der ersten Verfassungsurkunde, der "Charta caritatis". Bernhard hatte an der Verfassung des Templer-Ritterordens mitgewirkt, der 1128 auf dem Konzil von Troyes bestätigt wurde. Des Weiteren setzte der Abt sich für die Umwandlung von Weltklerikerstifte in regulierte Chorherrenstifte ein.


Seine Autorität innerhalb der Kirchenhierarchie zeigte sich besonders auf der Synode von Etampes (1130). Hier ergriff der Abt Partei für den Franzosen Innozenz II. als Papst. Als die kirchenpolitischen Krisen immer heftiger wurden, entwickelte sich Bernhard zum "Mahner der Großen in Staat und Kirche".


Aufgrund seines Ansehens in Cluny, bei den Prämonstratensern, den Kartäusern, den Regularkanonikern und bei vielen Einsiedlern wurde er als Berater und Vermittler der Kurie in Rom unersetzlich. Zudem entwarf er für den Templer-Orden ein geistliches Programm und stand mit der Königin von Jerusalem, Melisande, im Briefwechsel.


Auf seinen Reisen, über die man Näheres erfährt, soll er Wunder bewirkt haben. Da man ihm teilweise den Fehlschlag des 2. Kreuzzuges anlastete, lehnte er die Leitung des daraufhin geplanten weiteren Kreuzzuges ab. Bernhard starb am 20.8.1153. Zu seinen Lebzeiten wurden allein 69 Tochterklöster zu Clairvaux gegründet, einige sollen bis zu 1600 km entfernt vom Mutterkloster liegen.


Lesenswert sind die Texte im Hinblick auf bedeutende Zisterzienserklöster in Europa. Hier auch liest man vom Stammkloster "Citeau" im Departement Cote d `Or, das 1098 von Abt Robert von Moslesme und 21 Gefährten gegründet wurde.


Clairvaux war das dritte Tochterkloster, gegründet 1115. Besiedelt wurde es vom heiligen Bernhard und dessen Verwandten und Freunden, die dem Kloster beigetreten waren.


Im Buch lernt man nachstehende Zisterzienserklöster auf Bildern kennen: Fontenay, Le Thoronet, Sènanque, Fontfroide, Pontigny, Longpont, Maulbronn, Bebenhausen, Salem, Bronnbach, Eberbach, Arnsburg, Haina, Altenberg, Marienstatt, Heilsbronn, Schulpforta, Chorin, Doberan, Heiligkreuztal, Zwettl, Staffarda, Fossanova, Poblet, Alcobaca, Fountains Abbey, Rievaulx Abbey, Byland Abbey, Roche Abbey, Melrose Abbey.

Zu jedem der bildlich vorgestellten Klöster erhält man eine kurze Beschreibung. Des Weiteren werden einzelnen Fotos zu den Klöstern textlich sehr gut erklärt.

Beeindruckend finde ich das gut erhaltene "Kloster Maulbronn", das 1536 säkularisiert wurde und seit 1993 zum Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes zählt, aber auch "Salem", das seit 1920 ein berühmtes Internat beherbergt. "Kloster Eberbach" im Rheingau habe ich schon vielfach besucht. Dessen romanische Pfeilerbasilika ist eines der wichtigsten Zeugnisse der frühen Zisterzienserbaukunst auf deutschem Boden. Die 1803 säkularisierte Abtei ist heute hessische Weindomäne und beherbergt das Abteimuseum.

Die gezeigten Zisterzienserklöster in England beeindrucken mich am meisten, vielleicht weil die Klosterruinen die Fantasie besonders anregen und man sich fragt, wie diese Klöster einst ausgesehen haben mögen als sie noch von Mönchen bewohnt waren.

Sehr schöne Fotos und hochinformative Texte machen das Buch empfehlenswert.

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Rezension:Magie leben: Der spirituelle Weg der modernen Hexe (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch fand den Weg auf meinen Schreibtisch gewissermaßen ohne mein Zutun und dort packte mich die Neugierde als ich den Klappentext und daraufhin zunächst das Inhaltsverzeichnis las.

Die Autorin nennt sich Claire und lebt in Leipzig, hat nach dem Abitur Soziologie studiert, befasst sich nun allerdings mit weißer Magie und verdient ihren Lebensunterhalt als erfolgreiche Buchautorin, Lebensberaterin und Hexe.

Das vorliegende Buch ist flüssig, spannend und hochinformativ geschrieben und befasst sich mit den zentralen Aspekten der Hexenkunst. Claire erläutert im ersten Kapitel zunächst den Unterschied zwischen Spiritualität und Religion, zeigt wie man Sonnenrituale durchführt, deren Ziel positive Veränderungen aller Art darstellen, erklärt die vier Elemente, den Begriff Initiation, auch, was man unter einem magischen Kreis zu verstehen hat und welche spirituellen Möglichkeiten er uns bietet.

Die Autorin verdeutlicht, dass modernes Hexentum großes Gewicht auf einen intuitiven, eher schamanischen Ansatz legt, schreibt u.a. von magischen Gegenständen und wie diese auf uns warten. Die Erfahrungen, die sie mit solchen Gegenständen machte und macht, kann ich bestätigen. Es gibt eine magische Ebene zwischen manchen Dingen und uns Menschen in ähnlicher Weise wie mitunter zwischen Mensch und Mensch. Mich verblüfft dies immer wieder.

Claire berichtet in der Folge viel Wissenswertes über Magie, allerdings sollten Leser nach der Lektüre nicht erwarten nun ein positives Leben "herbeihexen" zu können. So einfach geht das nicht. Die praktischen Hinweise zu Herstellung von magischen Raumsprays und die Übungen, die dazu verhelfen, einen spirituellen Weg zu beschreiten, finde ich interessant und auch die Erläuterungen Claires über den Sinn von Orakeln sind lesenswert.

Legt man einmal seine Vorbehalte beim Begriff "Hexe" ab und lässt sich auf das ein, was Claire schreibt, wird man feststellen, dass ihr Versuch Positives auf den Weg zu bringen, indem sie die Ebene des Sichtbaren verlässt, eine Methode darstellt, die in das Reich der Psyche vordringt und dort Regionen anspricht, die der Psychologe Jung in seinen Werken thematisiert hat und die in unseren Zeiten fast in Vergessenheit geraten sind. Dieses spirituellen Bewusstsein zu schärfen, halte ich für sinnvoll.
Empfehlenswert.
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